Die Hitze hält Deutschland weiter im Griff. Wie sich die heiße Luft verlagert, wo es besonders heiß wird und warum der Samstag kritisch werden kann
Wetterlage
Deutschland gerät in den kommenden Tagen zunehmend unter den Einfluss einer sehr warmen bis heißen Luftmasse. Besonders gut lässt sich das auf den 850-hPa-Karten erkennen. Diese zeigen die Temperatur in rund 1500 Metern Höhe und damit das thermische Potenzial der Luftmasse - also die Frage, wie heiß es am Boden werden kann, wenn Sonne, Wind und Durchmischung zusammenspielen.
Zu Beginn der Woche liegt der Kern der heißesten Luft noch über Südwesteuropa. Von Frankreich, Spanien und dem westlichen Mittelmeerraum aus schiebt sich die Warmluft aber Schritt für Schritt nach Mitteleuropa. Deutschland liegt zunächst am Rand dieser heißen Luft, gerät zur Wochenmitte aber immer stärker hinein.
Der Südwesten und Süden bekommen die Hitze zuerst zu spüren. Danach breitet sie sich weiter nach Norden und Osten aus. In rund 1500 Metern Höhe steigen die Temperaturen über Deutschland verbreitet auf Werte um oder über 20 Grad. Das ist für Ende Juni ein deutliches Signal: Am Boden sind bei Sonnenschein verbreitet heiße Tage möglich.
Warum wird es so heiß?
Die Ursache liegt in einer anhaltenden Zufuhr warmer bis heißer Luft aus Südwesten. Diese Luftmasse hat sich über Südwesteuropa stark aufgeheizt und wird nun nach Deutschland geführt. Gleichzeitig steht die Sonne Ende Juni sehr hoch, die Tage sind lang, und bei nur wenigen Wolken kann sich der Boden kräftig erwärmen.
Besonders stark wirkt die Hitze dort, wo der Wind schwach bleibt und die Luft gut durchmischt wird. Dann wird die Wärme aus höheren Luftschichten bis zum Boden heruntergeholt. 850-hPa-Temperaturen auf ca. 1500 m Höhe von 20 bis 25 Grad können bei günstigen Bedingungen am Boden 35 bis nahe 40 Grad ermöglichen.
Dazu kommen regionale Verstärker: Städte speichern Wärme, Täler heizen sich stark auf, trockene Böden verdunsten weniger Wasser. Dadurch wird mehr Sonnenenergie direkt in Wärme umgesetzt. Genau deshalb sind Regionen wie der Oberrhein, das Rhein-Main-Gebiet, Teile von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und die Mitte Deutschlands besonders im Blick.
Auswirkungen der Hitze
Diese Wetterlage bringt nicht einfach nur Badewetter. Mehrere heiße Tage in Folge können zur echten Belastung werden. Entscheidend ist dabei nicht nur die Höchsttemperatur am Nachmittag, sondern auch die Frage, wie stark es nachts abkühlt.
In Städten, Dachwohnungen und dicht bebauten Lagen bleibt die Wärme oft bis weit in die Nacht erhalten. Wer schlecht schlafen kann, startet bereits belastet in den nächsten heißen Tag. Besonders unangenehm wird es, wenn zur Hitze auch noch Schwüle kommt. Dann kann der Körper Wärme schlechter abgeben, weil Schweiß langsamer verdunstet.
Die größte Belastung entsteht durch die Kombination aus Hitze, schwüler Luft und geringer Nachtabkühlung. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen, Beschäftigte im Freien und alle, die sich längere Zeit in der Sonne aufhalten.
Auch Natur und Landschaft geraten unter Druck. Bei trockenen Böden steigt die Brandgefahr, Pflanzen leiden unter Wasserstress, und Gewitter können lokal mit Starkregen, Böen oder Hagel auftreten. Sie bringen zwar kurzzeitig Abkühlung, lösen die Hitzelage aber meist nur kleinräumig auf.
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Entwicklung der nächsten Tage
Am Dienstag liegt Deutschland noch am Rand der heißesten Luft. Im Süden und Südwesten wird es bereits sehr warm bis heiß, während der Norden etwas gemäßigter bleibt.
Am Mittwoch breitet sich die heiße Luft weiter aus. Besonders der Westen, Südwesten, die Mitte und der Süden geraten stärker unter Hitzeeinfluss. Die 850-hPa-Karten zeigen dann eine deutlich wärmere Luftmasse über Deutschland.
Am Donnerstag wird die Hitze verbreiteter. In vielen Regionen sind hohe Sommertemperaturen wahrscheinlich. Dort, wo die Sonne lange scheint und keine Wolkenfelder stören, kann sich die Luft stark aufheizen.
Am Freitag bleibt die heiße Luft über Deutschland liegen. Auch weiter nördlich steigen die Werte in der Höhe an. Die Hitze steht dann breiter im Raum, mit Schwerpunkt weiterhin in der Mitte, im Westen, Südwesten und Süden.
Der Samstag ist der spannendste und möglicherweise kritischste Tag dieser Entwicklung. Die Karten zeigen weiterhin sehr heiße Luft über Deutschland, während von Nordwesten her allmählich kühlere Luft näherkommt. Vor einer solchen Umstellung kann sich die Hitze regional noch einmal voll entfalten.
Dort, wo die Sonne lange scheint und Gewitter erst spät eingreifen, sind Spitzenwerte nahe 40 Grad denkbar. Ob es für lokale Rekorde reicht, hängt von Details ab: Bewölkung, Windrichtung, Feuchte, Durchmischung und dem genauen Timing möglicher Gewitter.
Am Sonntag deutet sich von Nordwesten her eine Entlastung an. Im Norden und Westen gehen die Temperaturen in der Höhe zurück. Weiter südlich und südöstlich kann sich die heiße Luft aber länger halten. Dadurch entsteht ein deutlicher Temperaturgegensatz innerhalb Deutschlands.
Mit der Hitze steigt auch die Gewitterneigung. Besonders über dem Bergland, im Süden und später entlang der Luftmassengrenze können sich kräftige Schauer und Gewitter entwickeln.
Gewitter können lokal stark abkühlen, beenden die Hitze aber nicht überall. Häufig bleibt es wenige Kilometer neben einer Gewitterzelle trocken und weiterhin heiß. Gleichzeitig kann nach einem Gewitter die Schwüle sogar zunehmen, wenn die Luft feuchter wird.
Vor allem ab Freitag und Samstag wird das Zusammenspiel aus Hitze, Feuchtigkeit und heranrückender kühlerer Luft wichtig. Dann sind kräftigere Entwicklungen möglich. Für die genaue Verteilung bleibt die Vorhersage aber sensibel, weil kleine Verschiebungen große Auswirkungen haben können.
Langfristige Prognose
Nach dem Wochenende spricht vieles für eine Entlastung von Nordwesten her. Die 850-hPa-Karten zeigen, dass kühlere Luft den Norden und Westen erreicht. Dort dürfte die Hitzebelastung spürbar zurückgehen.
Im Süden und Südosten bleibt die Lage offener. Die heiße Luft zieht sich zwar eher Richtung Alpenraum und Südosteuropa zurück, kann dort aber länger nachwirken. Süddeutschland bleibt näher an der warmen Luftmassengrenze und könnte deshalb später oder schwächer abkühlen.
Ein dauerhafter Wechsel zu deutlich kühlerem Wetter ist aus dieser Entwicklung noch nicht sicher abzuleiten. Ende Juni und Anfang Juli reicht eine erneute südwestliche Strömung aus, um wieder sehr warme Luft nach Deutschland zu bringen.
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Fazit
Die kommenden Tage bringen eine markante Hitzelage mit klarer Verlagerung der heißen Luftmasse. Zunächst trifft es vor allem den Südwesten und Süden, zur Wochenmitte breitet sich die Hitze weiter über Deutschland aus.
Der Höhepunkt deutet sich zwischen Donnerstag und Samstag an. Besonders der Samstag fällt auf, weil dann sehr heiße Luft über Deutschland liegt und gleichzeitig von Nordwesten her eine Umstellung näherkommt. Regional sind dann sehr hohe Temperaturen möglich, im Extremfall nahe 40 Grad.
Danach zeichnet sich im Norden und Westen eine Entlastung ab. Im Süden kann die Hitze länger zäh bleiben. Die Lage bleibt damit dynamisch: große Hitze, steigende Belastung, lokale Gewittergefahr und anschließend eine schrittweise Abkühlung von Nordwesten her.
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