ECMWF und GFS zeigen für Deutschland zunächst noch einmal einen deutlichen Temperaturanstieg. Vor allem im Süden kann es am Mittwoch und Donnerstag wieder heiß werden. Danach folgt jedoch eine markante Abkühlung. Gleichzeitig steigen die Chancen auf größere Regenmengen, allerdings mit erheblichen regionalen Unterschieden.
Stand: Dienstag, 18. August 2026
Nach der Abkühlung der vergangenen Tage ist die Hitze in Deutschland noch nicht vollständig vom Tisch. Die aktuellen Berechnungen von ECMWF IFS und GFS zeigen für Mittwoch und teilweise noch Donnerstag erneut sehr warme Luft über der südlichen Hälfte Deutschlands.
Eine neue länger anhaltende Hitzewelle für ganz Deutschland lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Im Gegenteil: Ab Freitag dringt deutlich kühlere Luft von Norden und Nordwesten vor. Am Wochenende entsteht damit erneut ein ausgeprägtes Temperaturgefälle zwischen dem Norden und dem Süden.
Auch beim Niederschlag gibt es inzwischen ein wichtiges Signal. Beide Modelle berechnen bis zum kommenden Dienstag in Teilen Deutschlands größere Regenmengen. Vor allem im Süden könnte die Trockenheit zumindest vorübergehend deutlich gelindert werden. Für den Norden und Teile des Nordostens sieht die Situation wesentlich ungünstiger aus.
ECMWF und GFS sind sich beim Temperaturtrend erstaunlich einig
Für einen Modellvergleich ist zunächst bemerkenswert, dass ECMWF und GFS bei der grundsätzlichen Entwicklung nur relativ geringe Unterschiede zeigen.
Am Mittwoch liegt die Temperatur in rund 1500 Metern Höhe, meteorologisch betrachtet auf der 850 hPa Fläche, im Norden Deutschlands meist bei etwa 7 bis 10 Grad. Über der Mitte werden ungefähr 10 bis 15 Grad erreicht. Im Süden steigt die Temperatur dagegen auf etwa 17 bis über 20 Grad.
Das GFS simuliert die Warmluft dabei etwas ausgeprägter als das ECMWF. Vor allem südlich von Baden Württemberg und Bayern werden teilweise Werte um 22 bis 24 Grad in 850 hPa berechnet.
Solche Temperaturen in der freien Atmosphäre sind im Hochsommer grundsätzlich ausreichend für Bodentemperaturen deutlich oberhalb von 30 Grad, sofern Sonnenschein, Durchmischung und Windverhältnisse mitspielen.
Am Donnerstag bleibt die sehr warme Luft noch über dem Süden Deutschlands liegen. Weiter nördlich ist der Temperaturgradient bereits deutlich ausgeprägter.
Der entscheidende Wechsel erfolgt dann am Freitag.
Von Nordwesten strömt wesentlich kühlere Luft nach Deutschland. Über Norddeutschland liegen die Temperaturen in 850 hPa dann vielfach nur noch zwischen etwa 4 und 8 Grad. Über der Mitte werden ungefähr 8 bis 12 Grad erreicht, während im Süden noch 12 bis 16 Grad vorhanden sind.
Damit endet die kurze heiße Phase bereits wieder.
Mittwoch und Donnerstag: Im Süden noch einmal heiß
Besonders Baden Württemberg, Bayern und Teile des südlichen Hessen und Rheinland Pfalz liegen am Mittwoch in der sehr warmen Luftmasse.
Bei ausreichend Sonnenschein sind dort verbreitet sommerliche Temperaturen zu erwarten. Regional sind erneut mehr als 30 Grad möglich. In besonders begünstigten Regionen im Südwesten und Süden könnten die Temperaturen noch etwas höher liegen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Deutschland erneut vor einer vergleichbaren Hitzewelle wie in der vergangenen Woche steht.
Im Norden befindet sich bereits deutlich kühlere Luft. Zwischen Schleswig Holstein und Niedersachsen dürften die Temperaturen wesentlich moderater ausfallen.
Am Donnerstag hält sich die warme Luft vor allem noch im Süden und Südosten. Danach wird sie zunehmend nach Süden zurückgedrängt.
Ab Freitag deutlich kühler
Freitag und Samstag markieren in beiden Modellen den vorläufig kühlsten Abschnitt.
Die Temperatur in 850 hPa sinkt im Norden teilweise auf nur noch 4 bis 6 Grad. Selbst über der Mitte Deutschlands liegen meist nur etwa 7 bis 11 Grad vor.
Unter normalen sommerlichen Bedingungen bedeutet das über weiten Teilen Deutschlands eher gemäßigte Temperaturen als große Hitze.
Im Norden sind vielfach Höchstwerte im Bereich um 20 Grad oder etwas darüber plausibel. In der Mitte dürfte es häufig angenehm sommerlich werden. Nur im Süden bleibt genügend warme Luft erhalten, damit die Temperaturen bei Sonnenschein noch deutlich über 25 Grad steigen können.
Eine flächendeckende Rückkehr der Hitze ist damit zunächst ausgeschlossen.
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Am Wochenende bleibt der Süden deutlich wärmer
Am Samstag und Sonntag setzt sich das Temperaturgefälle zwischen Nord und Süd fort.
Von Norddeutschland bis in die Mitte bleibt die Luftmasse vergleichsweise gemäßigt. Gleichzeitig liegen über Süddeutschland weiterhin Temperaturen von etwa 11 bis 15 Grad in 850 hPa.
Der Süden bleibt damit sommerlich warm und örtlich könnte auch die Marke von 30 Grad wieder erreicht werden.
Vor allem das GFS hält die warme Luft etwas stärker im Alpenraum und im äußersten Süden. Das ECMWF ist insgesamt etwas zurückhaltender.
Am Montag bleibt die grundsätzliche Verteilung zunächst ähnlich.
Interessanter wird der Dienstag. Hier zeigt das ECMWF einen stärkeren Rückgang der Temperaturen auch über Süddeutschland. Das GFS hält dagegen vor allem am Alpenrand und im Südosten noch etwas wärmere Luft.
Genau hier nimmt die Unsicherheit der Prognose naturgemäß zu.
Kommt die Hitze also zurück?
Die Antwort hängt stark von der Region ab.
Im Süden: ja, zumindest vorübergehend. Mittwoch und teilweise Donnerstag können wieder heiße Tage bringen. Auch am Wochenende sind örtlich erneut Werte um 30 Grad denkbar.
In der Mitte: nur eingeschränkt. Hier wird es zunächst noch einmal deutlich wärmer, anschließend setzt sich jedoch rasch gemäßigtere Luft durch.
Im Norden: eher nein. Die große Hitze spielt dort nach den aktuellen Modellberechnungen in den kommenden Tagen keine größere Rolle.
Von einer neuen deutschlandweiten Hitzewelle kann deshalb nach dem derzeitigen Stand nicht gesprochen werden. Dafür ist der Vorstoß der kühleren Luft ab Freitag zu deutlich und zu großräumig.
Beim Regen wird der Modellvergleich besonders interessant
Neben der Temperaturentwicklung ist derzeit vor allem die Frage entscheidend, ob die ausgeprägte Trockenheit endlich nachhaltiger unterbrochen werden kann.
Hier liefern ECMWF und GFS inzwischen durchaus interessante Signale.
Die Karten zeigen den aufsummierten Niederschlag bis Dienstag, 25. August. Einzelne regionale Mengen dürfen in diesem Prognosebereich noch nicht zu genau genommen werden. Die großräumige Verteilung ist jedoch bemerkenswert ähnlich.
Beide Modelle sehen den Schwerpunkt der Niederschläge eindeutig über der südlichen Hälfte Deutschlands.
Im Westen und in der Mitte werden häufig etwa 20 bis 50 Liter pro Quadratmeter berechnet.
In Baden Württemberg und Bayern liegen die Summen verbreitet höher. Je nach Region zeigen die Modelle dort etwa 40 bis 80 Liter pro Quadratmeter, teilweise auch mehr.
Besonders am Alpenrand und in den angrenzenden Gebieten sind lokal Mengen um oder über 100 Liter pro Quadratmeter in den Modellberechnungen vorhanden.
Diese Zahlen sind für eine mehrtägige Modellprognose nicht als punktgenaue Vorhersage zu verstehen. Sie zeigen aber, dass die Modelle inzwischen ein deutlich feuchteres Wettermuster für den Süden simulieren.
Im Norden und Nordosten bleibt Regen deutlich knapper
Ganz anders sieht es in Teilen Norddeutschlands aus.
Vor allem Niedersachsen, Brandenburg, Berlin und angrenzende Regionen bekommen im ECMWF teilweise nur etwa 5 bis 20 Liter pro Quadratmeter ab.
Das GFS ist in einigen Regionen etwas nasser, bestätigt grundsätzlich aber ebenfalls das starke Gefälle zwischen Nord und Süd.
Eine auffällige Abweichung gibt es im Osten. Das GFS berechnet für Sachsen und Teile des östlichen Mittelgebirgsraums erheblich größere Niederschlagsmengen als das ECMWF. Hier ist die genaue Verteilung deshalb noch besonders unsicher.
Für eine seriöse Prognose sollte man momentan weniger auf einzelne Zahlen als auf die Gemeinsamkeiten der Modelle achten.
Und die sind deutlich: Der Süden besitzt eine wesentlich bessere Chance auf größere Regenmengen als der Norden und Nordosten.
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Bedeutet das das Ende der Trockenheit?
Noch nicht.
Selbst Regenmengen von 30, 50 oder örtlich mehr als 80 Litern pro Quadratmeter bedeuten nicht automatisch, dass eine längere Trockenperiode beendet ist.
Entscheidend ist auch, wie der Regen fällt.
Die Summenkarten unterscheiden nicht zwischen länger anhaltendem gleichmäßigem Regen und kurzen kräftigen Schauern oder Gewittern. Fallen große Mengen innerhalb kurzer Zeit, kann ein erheblicher Anteil oberflächlich abfließen. Für tief ausgetrocknete Böden wäre länger anhaltender mäßiger Regen wesentlich günstiger.
Trotzdem wäre die derzeit berechnete Entwicklung gerade im Süden eine deutliche Verbesserung gegenüber den vergangenen Wochen.
Für Baden Württemberg, Bayern und Teile der Mitte besteht inzwischen eine realistische Chance auf eine spürbare Entspannung der Trockenheit.
Im Norden und besonders im Nordosten sieht das anders aus. Dort könnten die Mengen erneut zu gering sein, um tiefer ausgetrocknete Böden nachhaltig zu durchfeuchten.
Fazit: Keine neue deutschlandweite Hitzewelle, aber regional wieder über 30 Grad
ECMWF und GFS zeichnen derzeit ein vergleichsweise ähnliches Bild.
Am Mittwoch und Donnerstag kehrt die Hitze vor allem in den Süden Deutschlands zurück. Regional sind wieder Temperaturen über 30 Grad möglich. Bereits ab Freitag strömt jedoch deutlich kühlere Luft nach Deutschland.
Am Wochenende bleibt ein ausgeprägtes Temperaturgefälle bestehen. Während es im Norden eher gemäßigt bleibt, kann es im Süden weiterhin sommerlich warm und lokal auch heiß werden.
Eine länger anhaltende neue Hitzewelle für ganz Deutschland ist in den aktuellen Berechnungen nicht zu erkennen.
Beim Niederschlag haben sich die Aussichten dagegen verbessert. Besonders Süddeutschland könnte bis zum kommenden Dienstag größere Regenmengen erhalten. Für die Trockenheit wäre das regional eine wichtige Entlastung, aber noch kein flächendeckender Wendepunkt.
Vor allem im Norden und Nordosten bleibt die Niederschlagsentwicklung kritisch. Dort zeigen beide Modelle weiterhin vergleichsweise geringe Mengen.
Die nächsten Modellläufe werden deshalb vor allem zwei Fragen beantworten müssen: Wie weit nach Norden greifen die ergiebigeren Niederschläge aus und wie lange kann sich die warme Luft nach dem Wochenende noch über Süddeutschland halten?
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Am Dienstag startet der Osten und Süden örtlich frostig. Von Westen zieht Regen auf, an der Nordsee wird es windig. Tagsüber werden 14 bis 19 Grad erreicht.
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