Am Oberrhein sind zum Septemberende noch einmal 30 Grad möglich. Dazu kommen kühle Nächte und anhaltende Trockenheit. Zum Oktoberbeginn lässt die Wärme allmählich nach.
Montag, 28. September 2026
Spätsommer: Noch einmal bis zu 30 Grad
Der September verabschiedet sich mit einer Wetterlage, die eher an Hochsommer als an den beginnenden Herbst erinnert. Vor allem im Süden und Südwesten Deutschlands wird es in den kommenden Tagen ungewöhnlich warm. Am Oberrhein rückt sogar noch einmal die 30-Grad-Marke in Reichweite. Auch in der Mitte Deutschlands werden verbreitet sommerliche Temperaturen erwartet. Erst weiter im Norden fällt die Wärme gedämpfter aus.
Das Bemerkenswerte daran ist nicht nur die Höhe der Temperaturen. Die warme Wetterphase begleitet uns voraussichtlich über den Monatswechsel hinweg und fällt in eine Zeit, in der vielerorts ohnehin Niederschlag fehlt. Gleichzeitig können die Nächte trotz der sehr warmen Luft schon empfindlich frisch werden. Genau dieser Gegensatz zwischen spätsommerlichen Nachmittagen und herbstlichen Morgenstunden prägt die kommenden Tage.
Eine ungewöhnlich warme Luftmasse liegt über Deutschland
Die Wetterlage ist für Ende September ausgesprochen günstig für Wärme. Hoher Luftdruck über Mittel- und Osteuropa hält viele Störungen vom Atlantik zunächst auf Abstand. Auf seiner Westseite gelangt sehr warme Luft aus südlichen Breiten bis nach Deutschland. Die aktuellen Berechnungen von ECMWF und GFS zeigen diesen Warmluftvorstoß ausgesprochen deutlich.
Am Montag erreicht die wärmste Luft zunächst vor allem den Süden. Am Dienstag erfasst sie weite Teile Deutschlands, und auch am Mittwoch bleibt das Temperaturniveau ungewöhnlich hoch. In rund 1500 Metern Höhe werden über Süddeutschland Werte erreicht, wie man sie eher mitten im Sommer erwarten würde. Für das Wetter am Boden bedeutet das zwar nicht automatisch 30 Grad, doch bei ausreichend Sonnenschein sind die Voraussetzungen für sehr hohe Temperaturen gegeben.
Am Oberrhein sind 30 Grad möglich
Die höchsten Temperaturen erwarten wir im Süden und Südwesten. Besonders entlang des Oberrheins, in Teilen Baden-Württembergs sowie örtlich in Bayern sind 28 bis 30 Grad möglich. Lokal könnte die 30-Grad-Marke sogar knapp überschritten werden. Auch vom Rhein-Main-Gebiet über Hessen bis nach Thüringen und Sachsen reicht es vielerorts noch einmal für einen Sommertag mit mindestens 25 Grad.
Richtung Norddeutschland nimmt die Wärme etwas ab. Dort machen sich zeitweise mehr Wolken und der Einfluss der Nordsee bemerkbar. Trotzdem wird es auch dort für die Jahreszeit vielerorts sehr mild bis warm. Der Dienstag dürfte insgesamt einer der wärmsten Tage dieser Wetterphase werden, bevor sich die Gewichte im weiteren Wochenverlauf langsam verschieben.
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Für Ende September ist das bemerkenswert
Ein Sommertag Ende September ist in Deutschland keineswegs unbekannt. Selbst Temperaturen um 30 Grad sind bei einer passenden Wetterlage noch möglich. Gewöhnlich ist eine derart ausgeprägte Wärme zu diesem Zeitpunkt des Jahres trotzdem nicht. Ende September steht die Sonne bereits deutlich tiefer, und zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang liegen erheblich weniger Stunden als noch im Juni oder Juli.
Damit es jetzt noch einmal für Temperaturen nahe 30 Grad reicht, müssen mehrere Faktoren zusammenspielen. Neben der sehr warmen Luftmasse braucht es viel Sonne, wenig störende Bewölkung und günstige regionale Bedingungen. Gerade der Oberrhein kann sich bei solchen Wetterlagen besonders stark erwärmen. Was uns bevorsteht, ist deshalb kein beispielloses Ereignis, aber ein durchaus ungewöhnlicher spätsommerlicher Wärmeschub.
Warum es nachts trotzdem empfindlich kühl werden kann
Wer am Nachmittag bei 28 oder 29 Grad unterwegs ist, könnte meinen, der Hochsommer sei zurück. Wenige Stunden später zeigt sich allerdings, dass wir längst Ende September haben. Unter klarem Himmel können die Temperaturen nachts kräftig sinken, regional sogar bis in den einstelligen Bereich. Zwischen dem morgendlichen Tiefstwert und dem nachmittäglichen Maximum sind Unterschiede von 15 Grad und mehr möglich.
Der Grund dafür ist vor allem die inzwischen lange Nacht. Nach Sonnenuntergang gibt der Boden seine tagsüber gespeicherte Wärme wieder ab. Bei klarem Himmel, trockener Luft und schwachem Wind funktioniert diese Ausstrahlung besonders gut. In Tälern und Mulden sammelt sich zusätzlich kalte Luft. Im Hochsommer sind die Nächte wesentlich kürzer, sodass dieser Prozess viel früher durch die aufgehende Sonne beendet wird. Ende September dagegen kann die warme Luftmasse tagsüber fast hochsommerliche Temperaturen ermöglichen, während die Nacht bereits eindeutig zum Herbst gehört.
Die Trockenheit bleibt ein Thema
Die Wärme ist allerdings nur eine Seite dieser Wetterlage. Hoher Luftdruck bedeutet in diesem Fall auch, dass ergiebiger Regen über weiten Teilen Deutschlands zunächst ausbleibt. Dort, wo die Böden bereits trocken sind, setzt sich die Trockenheit damit fort. Sonnenschein, ungewöhnlich hohe Temperaturen und zeitweise trockene Luft erhöhen zudem die Verdunstung, während von oben kaum neues Wasser nachkommt.
Das macht auch den Blick auf die Flüsse interessant. Niedrige oder fallende Pegel reagieren zwar nicht allein auf einige trockene Tage, sondern auf die Niederschlagsentwicklung ganzer Einzugsgebiete über einen längeren Zeitraum. Bleiben größere Regengebiete weiterhin aus, fehlt vielen Flüssen jedoch zusätzlicher Nachschub. Die aktuellen Wasserstände und die Entwicklung der Pegel in Deutschland zeigen wir auf unserer Pegelübersicht für Deutschland. Gerade während einer länger anhaltenden trockenen Wetterphase lohnt sich dort der Blick auf die Entwicklung der kommenden Tage.
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Wie lange bleibt die ungewöhnliche Wärme?
Beim Blick auf ECMWF und GFS fällt zunächst die recht gute Übereinstimmung auf. Montag und Dienstag stehen klar im Zeichen der sehr warmen Luft. Auch am Mittwoch bleibt Deutschland überwiegend auf der warmen Seite. Zum Monatswechsel verschwindet die Wärme also nicht plötzlich. Selbst der 1. Oktober beginnt nach den derzeitigen Berechnungen in vielen Regionen noch ausgesprochen mild bis warm.
Danach setzt langsam eine Veränderung ein. Am Donnerstag und Freitag wird die sehr warme Luft von Norden und Westen her zurückgedrängt. Das geschieht allerdings nicht überall gleichzeitig. Während sich im Norden bereits gemäßigtere Luft durchsetzt, hält sich der Süden länger auf der warmen Seite. Besonders südlich der Donau und in Alpennähe ist der Rückgang zunächst weniger ausgeprägt.
Zum Wochenende zieht sich die große Wärme zurück
Spätestens zum Wochenende wird in beiden Modellen ein deutlicherer Rückgang sichtbar. Die außergewöhnlich warme Luft, die zu Wochenbeginn große Teile Deutschlands überdeckt, verliert zunehmend an Raum. Das bedeutet noch keinen Absturz in winterliche Temperaturen. Vielmehr nähert sich das Temperaturniveau schrittweise wieder dem an, was Anfang Oktober eher zu erwarten ist.
Bemerkenswert ist, dass ECMWF und GFS diese grundsätzliche Entwicklung ähnlich berechnen. Im Detail gibt es selbstverständlich Unterschiede, doch das Signal ist zunächst recht klar: Der Höhepunkt der Wärme liegt zu Beginn der Woche, danach folgt ein langsamer Rückgang. Je weiter wir anschließend in den Oktober schauen, desto größer werden die Unsicherheiten.
Um den 8. Oktober taucht ein ganz anderes Szenario auf
Besonders spannend werden die Modellkarten für die Zeit um den 8. Oktober. Sowohl ECMWF als auch GFS zeigen in ihren aktuellen Berechnungen zeitweise einen kräftigen Vorstoß deutlich kälterer Luft nach Mitteleuropa. Verglichen mit der Wärme dieser Woche wäre das ein bemerkenswerter Wechsel der Luftmasse. Innerhalb von gut einer Woche könnte aus spätsommerlichem Wetter ein deutlich herbstlicheres Temperaturniveau werden.
Noch ist dieser Zeitraum allerdings zu weit entfernt, um daraus eine konkrete Vorhersage abzuleiten. Die späteren Karten zeigen bereits wieder andere Lösungen und teilweise eine erneute Milderung. Entscheidend wird deshalb sein, ob das Kältesignal in den kommenden Modellläufen erhalten bleibt und auch von den Ensembleberechnungen getragen wird. Für den Moment ist es vor allem ein interessantes Signal am Horizont.
Die Wärme geht ab dem Wochenende zurück
Die ungewöhnlich warme Witterungsphase erreicht zu Beginn der Woche ihren Höhepunkt. Bis Mittwoch bleibt sehr warme Luft über weiten Teilen Deutschlands wetterbestimmend. Danach setzt von Norden und Nordwesten eine allmähliche Abkühlung ein. Im Süden und Südwesten hält sich das hohe Temperaturniveau etwas länger, doch auch dort geht die Wärme zum Wochenende zurück.
ECMWF und GFS zeigen diesen Übergang in ihren aktuellen Läufen recht übereinstimmend. Dabei handelt es sich zunächst weniger um einen abrupten Temperatursturz als um einen schrittweisen Luftmassenwechsel. Die für Ende September außergewöhnlich warme Luft wird zunehmend nach Süden abgedrängt und durch gemäßigtere Luft ersetzt.
Für die erste Oktoberwoche nimmt die Unsicherheit anschließend deutlich zu. Auffällig bleibt das in mehreren Modellrechnungen erkennbare Signal für einen kräftigeren Kaltluftvorstoß um den 8. Oktober. Ob sich daraus tatsächlich eine markante Abkühlung für Deutschland entwickelt, ist derzeit noch offen. Sicherer erscheint zunächst, dass sich das außergewöhnlich hohe Temperaturniveau der letzten Septembertage auf Dauer nicht halten wird.
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