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Hitzewelle ab Ende Juli 2026

GFS rechnet extreme Temperaturen - ICON und ECMWF sind etwas zurückhaltender

Hitzewelle ab Ende Juli 2026

Eine markante Hitzewelle zeichnet sich für Deutschland ab. Ab Mittwoch, 29. Juli 2026, strömt außergewöhnlich warme Luft nach Mitteleuropa. Die aktuellen Berechnungen von GFS, ICON und ECMWF stimmen darin überein, dass die Temperaturen deutlich steigen werden. Unterschiede gibt es allerdings bei der Frage, wie extrem die Hitze ausfällt und wie lange sie anhält.

Besonders auffällig ist erneut das amerikanische GFS-Modell. Der Hauptlauf vom 25. Juli, 12 UTC, berechnet für Donnerstag in Teilen Deutschlands Höchstwerte von 40 bis 44 Grad. Solche Werte sind meteorologisch nicht unmöglich, liegen derzeit aber am oberen Rand der Modellspanne.

Die Hitzewelle beginnt voraussichtlich schon am Mittwoch

Am Mittwoch, 29. Juli, erreicht die sehr warme Luft zunächst den Westen und Südwesten Deutschlands. Nach der aktuellen GFS-Berechnung steigen die Temperaturen dort verbreitet auf 35 bis 39 Grad. Regional werden bereits Werte um 40 Grad gezeigt.

In der Mitte Deutschlands sind vielfach 32 bis 37 Grad möglich. Im Norden und Nordosten setzt sich die stärkste Erwärmung zunächst noch nicht überall durch.

Der vorläufige Höhepunkt wird aktuell für Donnerstag, 30. Juli, gerechnet. Dann könnte sich die außergewöhnlich heiße Luft über weite Teile Deutschlands ausbreiten.

GFS berechnet am Donnerstag verbreitet extreme Hitze

Der GFS-Hauptlauf zeigt am Donnerstag eine außergewöhnliche Temperaturverteilung. Vom Westen über die Mitte bis nach Süddeutschland werden verbreitet 38 bis 42 Grad berechnet. Einzelne Modellpunkte erreichen sogar 43 oder 44 Grad.

Besonders betroffen wären nach dieser Variante:

  • der Westen und Südwesten,

  • die Oberrheinregion,

  • Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen,

  • das westliche und südliche Nordrhein-Westfalen,

  • Franken und Teile Süddeutschlands.

Auch im Norden werden regional deutlich über 35 Grad gerechnet. Selbst dort, wo die höchsten Temperaturen nicht erreicht werden, wäre die Wärmebelastung erheblich.

Die genaue Verteilung hängt allerdings stark von Bewölkung, Wind, Bodenfeuchte und möglichen Gewittern ab. Schon dünne Wolkenfelder oder eine frühere Winddrehung können die Höchsttemperaturen um mehrere Grad begrenzen.

Außergewöhnlich warme Luft in rund 1.500 Metern Höhe

Die Stärke der Hitzewelle wird besonders deutlich, wenn man die Temperaturen in der sogenannten 850-hPa-Fläche betrachtet. Diese Druckfläche liegt während der Hitzewelle ungefähr in einer Höhe von 1.500 bis 1.600 Metern.

GFS berechnet dort am Donnerstag über großen Teilen Deutschlands Temperaturen von 23 bis 28 Grad. Im Süden und Südwesten werden lokal sogar Werte um 29 oder 30 Grad gezeigt.

Das ist eine außergewöhnlich warme Luftmasse. Zum Vergleich: Bereits 20 Grad in 850 hPa reichen im Sommer häufig für Höchsttemperaturen von deutlich über 30 Grad am Boden.

Unter günstigen Bedingungen lässt sich für das Flachland grob folgende Größenordnung ableiten:

  • 22 Grad in 850 hPa können etwa 35 bis 38 Grad am Boden ermöglichen.

  • 25 Grad in 850 hPa können etwa 38 bis 41 Grad ermöglichen.

  • 28 Grad in 850 hPa können bei optimaler Durchmischung 41 bis 44 Grad ermöglichen.

Diese Umrechnung ist keine feste Formel. Sie hängt unter anderem von der Sonneneinstrahlung, der Luftfeuchtigkeit, der Bodenfeuchte, der Windrichtung und der Höhenlage ab.

Die extremen GFS-Werte sind daher physikalisch grundsätzlich nachvollziehbar. Sie setzen jedoch nahezu optimale Bedingungen für eine maximale Erwärmung voraus.

Warum wird es so heiß?

Ursache der Hitzewelle ist eine großräumige Wetterlage über dem Atlantik und Europa.

Westlich von Europa liegt ein ausgeprägter Höhentrog mit vergleichsweise kühler Luft. Auf seiner Vorderseite stellt sich über West- und Mitteleuropa eine kräftige südliche bis südwestliche Strömung ein.

Dadurch wird sehr heiße Luft von der Iberischen Halbinsel, aus Frankreich und teilweise aus Nordafrika nach Deutschland transportiert.

Gleichzeitig wölbt sich über Mittel- und Osteuropa ein Höhenrücken auf. In diesem Bereich sinkt die Luft großräumig ab. Absinkende Luft erwärmt sich und unterdrückt häufig die Wolkenbildung.

Damit treffen mehrere hitzefördernde Faktoren zusammen:

  • sehr warme Luftzufuhr aus südlichen Regionen,

  • starke Sonneneinstrahlung,

  • Absinken innerhalb eines Höhenrückens,

  • regional trockene Böden,

  • teilweise nur geringe nächtliche Abkühlung.

Modellvergleich: GFS zeigt die extremste Variante

Die großen Wettermodelle bestätigen grundsätzlich den Aufbau einer Hitzewelle. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich bei der Stärke und beim späteren Verlauf.

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GFS: verbreitet 40 Grad und lange Hitze im Süden

GFS berechnet derzeit die extremste Entwicklung. Am Donnerstag werden verbreitet 38 bis 42 Grad gezeigt, lokal sogar etwas mehr.

Auch in den Folgetagen bleibt die Luftmasse nach dieser Modellvariante außergewöhnlich warm. Ab dem Wochenende gelangt zwar in den Norden kühlere Luft, im Süden würde die Hitze aber bis weit in die erste Augustwoche anhalten.

GFS zeigt damit nicht nur die höchsten Temperaturen, sondern auch die längste Dauer der Hitzewelle.

ICON: starke Hitze, aber frühere Abkühlung von Nordwesten

Auch das deutsche ICON-Modell berechnet für Mittwoch und Donnerstag eine sehr heiße Luftmasse.

Über weiten Teilen Deutschlands liegen die Temperaturen in 850 hPa bei etwa 20 bis 26 Grad. Im Süden und Südwesten werden regional noch höhere Werte gezeigt.

ICON lässt die kühlere Atlantikluft am Wochenende jedoch schneller von Westen und Nordwesten vorankommen. Der Norden würde sich demnach früher abkühlen als bei GFS.

Im Süden und Osten könnte die Hitze trotzdem zunächst erhalten bleiben.

ECMWF: ebenfalls heiß, aber weniger extrem

Das europäische ECMWF-Modell bestätigt ebenfalls eine deutliche Erwärmung. Die extremsten GFS-Temperaturen werden jedoch nicht in dieser Ausdehnung unterstützt.

ECMWF zeigt am Donnerstag und Freitag eine starke Hitzewelle, lässt kühlere Luft anschließend aber schneller nach Deutschland vordringen.

Bis Sonntag und Montag würde sich die größte Hitze zunehmend in den Süden und Südosten zurückziehen. Eine über viele Tage anhaltende extreme Hitze in fast ganz Deutschland wird vom vorliegenden ECMWF-Lauf nicht gerechnet.

Zu beachten ist, dass der gezeigte ECMWF-Lauf von 00 UTC stammt, während die GFS- und ICON-Karten auf dem 12-UTC-Lauf basieren. Der Vergleich erfolgt daher nicht vollständig innerhalb desselben Modellzyklus.

Wie wahrscheinlich sind 40 Grad?

Dass Deutschland eine ausgeprägte Hitzewelle erlebt, ist aufgrund der Übereinstimmung der Modelle zunehmend wahrscheinlich.

Verbreitete Höchstwerte von 35 bis 39 Grad erscheinen insbesondere im Westen, Südwesten, in der Mitte und später teilweise im Osten plausibel.

Auch einzelne Werte um oder knapp über 40 Grad sind möglich. Besonders gefährdet sind tiefer gelegene und stark erwärmbare Regionen wie der Oberrhein, das Rhein-Main-Gebiet, Teile des Westens sowie einige Becken- und Tallagen.

Deutlich unsicherer sind dagegen die vom GFS gezeigten großflächigen Werte von 42 bis 44 Grad. Dafür müssten mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

  • nahezu ungestörte Sonneneinstrahlung,

  • sehr trockene Luft,

  • trockene Böden,

  • kräftige Durchmischung,

  • keine frühzeitigen Gewitter,

  • keine kühlere Windkomponente.

Bereits kleine Abweichungen können die Höchstwerte deutlich begrenzen.

Der größte Unsicherheitsfaktor ist die Dauer

Während der Beginn der Hitzewelle inzwischen vergleichsweise deutlich erkennbar ist, bleibt ihr Ende unsicher.

GFS lässt die extrem warme Luft ab dem Wochenende nur langsam nach Süden zurückweichen. Im Süden Deutschlands würden dadurch auch Anfang August weiterhin sehr hohe Temperaturen auftreten.

ICON und ECMWF rechnen dagegen mit einer schnelleren Abkühlung von Nordwesten.

Eine derzeit plausible Entwicklung wäre:

Am Donnerstag und Freitag erreicht die Hitzewelle ihren Höhepunkt. Anschließend gelangt in den Norden und Nordwesten allmählich weniger heiße Atlantikluft. In der Mitte, im Süden und möglicherweise im Osten bleibt es zunächst weiterhin sehr heiß.

Wie weit die kühlere Luft tatsächlich nach Süden vorankommt, ist noch nicht zuverlässig absehbar.

Kaum Regen in vielen Regionen

Die GFS-Berechnung der Gesamtniederschläge bis zum 6. August zeigt für große Teile West- und Mitteldeutschlands nur geringe Regenmengen.

Größere Niederschlagssummen werden vor allem im Alpenraum sowie teilweise im Osten und Nordosten gerechnet. Dort könnten Schauer und Gewitter regional erhebliche Mengen bringen.

Solche Niederschlagskarten sind in diesem Zeitraum allerdings mit großer Vorsicht zu betrachten. Gewitter lassen sich viele Tage im Voraus weder räumlich noch mengenmäßig zuverlässig berechnen.

Bleibt der Regen in vielen Regionen aus, können die Böden weiter austrocknen. Das kann die Erwärmung am Tag zusätzlich verstärken, weil weniger Sonnenenergie für die Verdunstung und mehr Energie für die Erwärmung der bodennahen Luft verwendet wird.

GFS berücksichtigt die Bodenfeuchte grundsätzlich

Immer wieder wird behauptet, GFS könne die Bodenfeuchte überhaupt nicht berücksichtigen. Das ist so nicht richtig.

Das Modell besitzt ein Landoberflächenmodell, in dem unter anderem Bodenfeuchte, Verdunstung und Wärmeflüsse zwischen Boden und Atmosphäre berechnet werden.

Fehler können jedoch bei der Ausgangsbodenfeuchte und bei der weiteren Entwicklung entstehen. Ist der Boden im Modell zu trocken, kann die Verdunstung zu schwach und die Erwärmung der Luft zu stark ausfallen.

Das kann ein Grund dafür sein, dass GFS bei trockenen sommerlichen Wetterlagen gelegentlich sehr hohe Höchsttemperaturen berechnet. Es erklärt aber nicht automatisch die gesamte Abweichung zu anderen Modellen.

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Nächte könnten ebenfalls stark belasten

Neben den Tageshöchsttemperaturen müssen auch die Nächte beobachtet werden.

In dicht bebauten Städten und in warmen Tallagen sind Tropennächte möglich, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Bei anhaltendem Süd- oder Südwestwind können einzelne Nächte sogar noch wärmer ausfallen.

Die gesundheitliche Belastung nimmt besonders dann zu, wenn mehrere heiße Tage und warme Nächte unmittelbar aufeinander folgen.

Fazit: Hitzewelle wahrscheinlich, Extremwerte noch unsicher

Eine kräftige Hitzewelle ab Mittwoch wird von GFS, ICON und ECMWF grundsätzlich bestätigt. Der Höhepunkt zeichnet sich derzeit für Donnerstag und Freitag ab.

Verbreitete Höchsttemperaturen zwischen 35 und 39 Grad erscheinen in mehreren Regionen realistisch. Einzelne Werte um oder knapp über 40 Grad sind möglich.

Die vom GFS berechneten großflächigen 42 bis 44 Grad stellen momentan jedoch eine extreme Modellvariante dar. ICON und ECMWF zeigen ebenfalls eine außergewöhnlich warme Luftmasse, lassen die Abkühlung von Nordwesten aber früher einsetzen.

Entscheidend werden die nächsten Modellläufe sein. Sie müssen zeigen, ob sich die extrem heiße Luft tatsächlich in dieser Stärke über Deutschland ausbreitet und wie schnell kühlere Atlantikluft am Wochenende nach Süden vorankommt.

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