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Kommt die Hitze schon bald zurück?

Erst deutliche Abkühlung, danach wächst die Unsicherheit

Kommt die Hitze schon bald zurück?

+++ Mittelfristprognose ENS vom 15.07.26 +++

Die hochsommerliche Wärme bekommt in den kommenden Tagen einen deutlichen Dämpfer. Ab Freitag wird es auch im Südwesten und am Oberrhein weniger heiß. Am Wochenende gelangt anschließend deutlich kühlere Luft nach Deutschland, die sich zu Beginn der kommenden Woche in nahezu allen Landesteilen bemerkbar macht.

Besonders ausgeprägt fällt der Temperaturrückgang im Westen, im Norddeutschen Tiefland sowie im nordostdeutschen Binnenland aus. Selbst am Oberrhein sinkt das Temperaturniveau deutlich.

Ganz vom Tisch ist die Hitze damit allerdings nicht. Einzelne Modellberechnungen zeigen bereits für den Zeitraum um den 24. und 25. Juli einen kräftigen Vorstoß sehr warmer Luft aus Südwesteuropa. Vor allem im Südwesten könnte es dann theoretisch wieder heiß werden.

Die Ensembleberechnungen bleiben jedoch vorsichtiger. Ab der zweiten Hälfte der kommenden Woche wächst die Spannweite zwischen kühlen, mäßig warmen und sehr heißen Lösungen stark an. Eine erneute Erwärmung ist wahrscheinlich – eine neue Hitzewelle aber noch keineswegs sicher.

Die 850-hPa-Temperatur zeigt die Entwicklung der Luftmassen

Für die längerfristige Einschätzung wird die Temperatur in etwa 1.400 bis 1.600 Metern Höhe betrachtet. Meteorologisch wird dieses Niveau als 850-hPa-Fläche bezeichnet.

In dieser Höhe spielen lokale Einflüsse des Bodens eine deutlich geringere Rolle. Die Werte eignen sich daher gut, um warme und kalte Luftmassen zu erkennen und ihre Verlagerung zu verfolgen.

Wie warm es später am Boden wird, hängt zusätzlich von Sonnenscheindauer, Bewölkung, Windrichtung, Luftfeuchtigkeit und der Durchmischung der Atmosphäre ab. Eine feste Umrechnung von der 850-hPa-Temperatur auf die Höchsttemperatur ist deshalb nicht möglich.

Werte von 16 bis 18 °C in 850 hPa reichen im Sommer bei günstigen Bedingungen häufig für Temperaturen um oder über 30 °C. Steigt die Temperatur in dieser Höhe auf mehr als 20 °C, nimmt das Potenzial für große Hitze deutlich zu.

Die räumliche Entwicklung der Luftmassen zeigen die aktuellen GFS-Karten zur Temperatur in 850 hPa.

Am Oberrhein wird es ab Freitag weniger heiß

Das GFS-Ensemble für Freiburg dient als Orientierung für den Südwesten und den Oberrhein. Dort hält sich zunächst noch eine vergleichsweise warme Luftmasse.

Am Mittwoch und Donnerstag liegt das Ensemblemittel bei knapp 17 °C in 850 hPa. Auch am Freitag werden im Mittel noch 16,7 °C berechnet. Damit bleibt es am Oberrhein zunächst sommerlich warm, örtlich kann es weiterhin heiß werden.

Am Samstag setzt jedoch eine deutlichere Abkühlung ein. Das Mittel sinkt auf 13,4 °C in 850 hPa. Am Sonntag werden noch 11,6 °C, am Montag 10,4 °C und am Dienstag rund 10 °C erwartet.

Damit ist die ausgeprägte Hitze auch im äußersten Südwesten zunächst beendet. Bei längeren sonnigen Abschnitten kann es weiterhin angenehm sommerlich werden, für verbreitete Höchstwerte deutlich über 30 °C reicht diese Luftmasse aber nur noch unter besonders günstigen Bedingungen.

Der kühlste Abschnitt dürfte am Oberrhein zwischen Sonntag und Dienstag erreicht werden.

Die Entwicklung kann im GFS-Ensemble für Freiburg, den Südwesten und den Oberrhein verfolgt werden.

Im Westen und entlang der Rheinschiene fällt die Abkühlung kräftiger aus

Das GFS-Ensemble für Köln steht stellvertretend für den Westen und die Rheinschiene. Dort fällt der Luftmassenwechsel wesentlich markanter aus als am Oberrhein.

Am Freitag liegt das Mittel der 850-hPa-Temperatur noch bei 13,4 °C. Anschließend sinken die Werte deutlich:

  • Samstag: 9,4 °C

  • Sonntag: 5,5 °C

  • Montag: 5,8 °C

  • Dienstag: 6,4 °C

Für die zweite Julihälfte ist das eine ausgesprochen kühle Luftmasse. Bei stärkerer Bewölkung könnten die Tageshöchstwerte regional nur um oder knapp über 20 °C liegen. Bei mehr Sonnenschein wären höhere Temperaturen möglich, von einer hochsommerlichen Hitzelage wäre der Westen aber weit entfernt.

Auch nach dem 21. Juli steigt das Temperaturmittel zunächst nur langsam an. Für den 24. und 25. Juli werden im Mittel 11,1 beziehungsweise 11,7 °C in 850 hPa berechnet.

Das spricht zunächst eher für mäßig warmes bis zeitweise sommerliches Wetter. Eine neue Hitzewelle würde voraussetzen, dass sich die deutlich wärmeren Ensemblemitglieder durchsetzen.

Die Entwicklung zeigt das GFS-Ensemble für Köln, den Westen und die Rheinschiene.

Auch das Norddeutsche Tiefland gerät in die kühle Luft

Für das Norddeutsche Tiefland dient das Ensemble am Standort Hamburg als Orientierung. Dort ist die Luftmasse bereits zu Beginn des Vorhersagezeitraums deutlich kühler als im Südwesten.

Am Mittwoch und Donnerstag liegt das Mittel nur bei 10,5 beziehungsweise 10,7 °C in 850 hPa. Am Freitag folgt eine vorübergehende Erwärmung auf rund 12 °C, bevor die Temperaturen am Wochenende wieder sinken.

Für Hamburg und das Norddeutsche Tiefland werden berechnet:

  • Samstag: 9,4 °C

  • Sonntag: 6,2 °C

  • Montag: 6,0 °C

  • Dienstag: 6,7 °C

Damit liegt auch der Norden zu Beginn der kommenden Woche in einer für die Jahreszeit kühlen Luftmasse. Unter länger anhaltender Bewölkung wäre regional verhaltenes Sommerwetter möglich. Selbst bei Sonnenschein bliebe das Temperaturniveau deutlich von einer Hitzelage entfernt.

In der zweiten Hälfte der kommenden Woche setzt im Mittel nur eine sehr zögerliche Erwärmung ein. Bis zum 25. Juli steigt das Ensemblemittel lediglich auf 9,7 °C in 850 hPa. Auch zum Monatsende bewegen sich die Mittelwerte meist nur um 10 °C.

Für das Norddeutsche Tiefland gibt es derzeit kein überzeugendes Signal für eine rasche und nachhaltige Rückkehr der Hitze.

Einzelne Ensemblemitglieder werden zwar zeitweise deutlich wärmer. Am 25. Juli reicht die Spannweite beispielsweise bis 18,5 °C in 850 hPa. Der Mittelwert bleibt jedoch klar darunter. Eine heiße Entwicklung wäre somit möglich, gehört momentan aber nicht zu den bevorzugten Szenarien.

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Im nordostdeutschen Binnenland wird es zunächst ebenfalls kühl

Das GFS-Ensemble für Berlin kann als Orientierung für das nordostdeutsche Binnenland verwendet werden.

Dort steigt die Temperatur in 850 hPa zunächst von 10 °C am Mittwoch auf 11,7 °C am Donnerstag und 13,9 °C am Freitag. Damit liegt der Nordosten vorübergehend in einer etwas wärmeren Luftmasse als das Norddeutsche Tiefland.

Am Wochenende folgt jedoch auch dort der deutliche Temperaturrückgang:

  • Samstag: 10,2 °C

  • Sonntag: 6,6 °C

  • Montag: 5,9 °C

  • Dienstag: 6,2 °C

Der Tiefpunkt der Abkühlung wird damit auch im nordostdeutschen Binnenland wahrscheinlich zwischen Sonntag und Dienstag erreicht.

Anschließend steigt das Mittel langsam an. Am 24. Juli werden 8,8 °C, am 25. Juli 10,2 °C und am 27. Juli 10,8 °C in 850 hPa berechnet. Erst gegen Monatsende nähert sich das Mittel wieder 12 °C.

Das ist grundsätzlich ausreichend für sommerliches Wetter, sofern die Sonne häufig scheint. Für eine sichere Hitzewelle bleibt das Mittel aber deutlich zu niedrig.

Gleichzeitig zeigen einzelne warme Ensemblemitglieder, dass ein stärkerer Warmluftvorstoß bis in den Nordosten nicht ausgeschlossen ist. Am 25. Juli reicht die Spannweite bis 21,8 °C, am 29. Juli sogar bis 24,3 °C in 850 hPa.

Diese sehr warmen Lösungen liegen jedoch weit oberhalb des Ensemblemittels. Sie beschreiben mögliche, aber derzeit noch wenig belastbare Entwicklungen.

Die Abkühlung erfasst fast ganz Deutschland

Die vier Ensembleauswertungen zeigen trotz regionaler Unterschiede eine weitgehend einheitliche Grundentwicklung.

Der Südwesten und der Oberrhein bleiben zunächst am längsten in der warmen Luft. Dort setzt der deutliche Temperaturrückgang vor allem am Samstag ein.

Im Westen und entlang der Rheinschiene fällt die Abkühlung kräftiger aus. Dort sinken die Temperaturen in 850 hPa am Sonntag und Montag auf Werte um 5 bis 6 °C.

Im Norddeutschen Tiefland sowie im nordostdeutschen Binnenland werden ebenfalls nur noch etwa 6 °C in 850 hPa erreicht. Damit liegt die kühle Luft zu Beginn der kommenden Woche über weiten Teilen Deutschlands.

Auch die Modellkarte für Sonntag, den 19. Juli, zeigt diese Verteilung. Über Nord- und Mitteldeutschland werden vielfach nur 4 bis 8 °C in 850 hPa simuliert. Im Süden liegen die Werte meist zwischen etwa 9 und 13 °C.

Eine flächendeckende Hitzelage ist damit am Wochenende und zu Beginn der kommenden Woche ausgeschlossen.

Ab Mittwoch nimmt die Unsicherheit erheblich zu

Ab Mittwoch, dem 22. Juli, laufen die Ensembleberechnungen zunehmend auseinander. Dies zeigt sich am sogenannten Spread, also der Spannweite zwischen den kühlsten und wärmsten Modellmitgliedern.

Für den Südwesten reicht die Spanne am 23. Juli von 5,2 bis 24,1 °C in 850 hPa. Am Oberrhein sind damit sowohl ungewöhnlich kühle als auch sehr heiße Entwicklungen möglich.

Im Westen reicht das Ensemble am 25. Juli von knapp 4 bis fast 23 °C. Auch dort ist die weitere Entwicklung völlig offen.

Im Norddeutschen Tiefland steigt der Spread am 25. Juli auf 14,4 Grad. Die Einzelberechnungen liegen zwischen 4,1 und 18,5 °C.

Im nordostdeutschen Binnenland ist die Spannweite noch größer. Für den 25. Juli werden Werte zwischen 4,4 und 21,8 °C berechnet. Am 29. Juli reicht das Ensemble sogar von 5,3 bis 24,3 °C.

Je weiter die Prognose in die zweite Hälfte der kommenden Woche reicht, desto weniger belastbar werden regionale Details.

Ein GFS-Hauptlauf zeigt ein kräftiges Hitze-Comeback

Besonders auffällig ist der operationelle GFS-Lauf für Samstag, den 25. Juli. Dieser Modelllauf lässt sehr warme bis heiße Luft aus Südwesteuropa weit nach Deutschland vorstoßen.

Über dem Südwesten werden verbreitet 20 bis 24 °C in 850 hPa simuliert. Über Frankreich liegen die Werte teilweise noch höher.

In Bayern werden häufig 17 bis 21 °C berechnet. Über der Mitte Deutschlands liegen die Werte vielfach zwischen 14 und 18 °C. Selbst im Norden würde sich die Luftmasse gegenüber dem kühlen Wochenbeginn deutlich erwärmen.

Sollte sich diese Entwicklung durchsetzen, wären am Oberrhein und im Südwesten bei viel Sonnenschein Höchsttemperaturen zwischen etwa 33 und 37 °C möglich. Auch in der Mitte könnte es verbreitet heiß werden.

Diese Karte stellt jedoch keine gesicherte Vorhersage dar. Sie zeigt lediglich einen einzelnen Modelllauf in einem Prognosezeitraum von ungefähr zehn Tagen.

Der heiße Hauptlauf liegt am oberen Rand der Ensemblelösungen

Der Blick auf die Ensemblemittel relativiert den markanten Warmluftvorstoß deutlich.

Am Oberrhein steigt das Mittel bis zum 25. Juli auf knapp 15 °C in 850 hPa. Im Westen werden nur knapp 12 °C erreicht. Für das Norddeutsche Tiefland liegt das Mittel bei weniger als 10 °C, im nordostdeutschen Binnenland bei etwas mehr als 10 °C.

Der sehr warme GFS-Hauptlauf gehört damit besonders im Norden und Westen zu den warmen Randlösungen.

Am wahrscheinlichsten ist derzeit eine erneute Erwärmung, die im Südwesten früher und stärker ausfällt als in den übrigen Landesteilen. Ob die sehr warme Luft anschließend auch den Westen, die Mitte und den Norden erreicht, bleibt offen.

Der Südwesten hat die besten Chancen auf eine Rückkehr der Hitze

Für ein deutliches Hitze-Comeback müsste sich über West- oder Mitteleuropa ein kräftiger Höhenrücken aufbauen. Gleichzeitig wäre ein Tiefdruckgebiet über dem östlichen Atlantik erforderlich, das auf seiner Vorderseite sehr warme Luft aus Südwesteuropa nach Norden führt.

Die besten Chancen auf eine solche Entwicklung hätte zunächst der Südwesten. Der Oberrhein liegt der potenziellen Warmluftzufuhr aus Frankreich am nächsten.

Der Westen und die Rheinschiene befinden sich häufiger im Übergangsbereich zwischen sehr warmer Luft im Süden und kühleren Luftmassen im Norden.

Das Norddeutsche Tiefland sowie das nordostdeutsche Binnenland würden nur dann stärker erwärmt, wenn der Höhenrücken weit genug nach Norden vorstößt und sich die südwestliche Strömung über ganz Deutschland durchsetzen kann.

Sollte die Hitze zurückkehren, würde sie den Südwesten und den Oberrhein wahrscheinlich zuerst erreichen.

Wie wahrscheinlich ist eine neue Hitzewelle?

Bis Freitag bleibt es besonders im Südwesten noch warm bis heiß. Gleichzeitig beginnt die Temperatur in anderen Landesteilen bereits zurückzugehen.

Am Wochenende folgt deutschlandweit ein deutlicher Luftmassenwechsel. Zwischen Sonntag und Dienstag dürfte der kühlste Abschnitt erreicht werden.

Ab Mittwoch oder Donnerstag ist eine allmähliche Erwärmung plausibel. Wie stark diese ausfällt und wie weit sie nach Norden vorankommt, ist jedoch noch vollkommen offen.

Für den Südwesten und den Oberrhein bestehen die größten Chancen auf einzelne heiße Tage. Im Westen ist das Erwärmungssignal schwächer. Im Norddeutschen Tiefland sowie im nordostdeutschen Binnenland zeigen die Ensemblemittel bislang keine schnelle Rückkehr großer Hitze.

Einige warme Einzelberechnungen lassen allerdings offen, ob sich die heiße Luft später doch noch weiter nach Norden ausbreiten kann.

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Fazit: Die Hitze macht zunächst in ganz Deutschland Pause

Ab Freitag wird es auch im Südwesten und am Oberrhein weniger heiß. Am Wochenende und zu Beginn der kommenden Woche gelangt deutlich kühlere Luft nach Deutschland.

Im Westen, entlang der Rheinschiene, im Norddeutschen Tiefland und im nordostdeutschen Binnenland sinken die Temperaturen in 850 hPa zeitweise auf Werte um 5 bis 7 °C. Auch am Oberrhein geht das Temperaturniveau deutlich zurück.

Ab der Mitte der kommenden Woche nimmt die Unsicherheit stark zu. Einige Modellberechnungen bringen zum folgenden Wochenende sehr heiße Luft nach Deutschland zurück. Andere halten an mäßig warmen oder vergleichsweise kühlen Luftmassen fest.

Ein Comeback der Hitze ab dem 24. oder 25. Juli ist möglich – am ehesten im Südwesten und am Oberrhein. Für eine flächendeckende Hitzewelle in ganz Deutschland fehlen derzeit jedoch noch belastbare Signale.

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