Der GFS-ENS-Wettertrend zeigt neue Wärme bis Anfang August, aber keine nachhaltige Entspannung der Trockenheit.
Prognosestand: Mittwoch, 22. Juli 2026, 00 UTC – Wettertrend auf Grundlage des aktuellen GFS-Ensembles.
Nach der großen Hitze hat sich in Deutschland zunächst deutlich kühlere Luft durchgesetzt. Besonders im Norden, Nordosten und Osten liegen die Temperaturen vorübergehend auf einem gemäßigten Niveau. Im Süden und Südwesten bleibt es insgesamt wärmer, aber auch dort ist zunächst keine dauerhaft ausgeprägte Hitzelage zu erwarten.
Die aktuellen Modellberechnungen zeigen jedoch: Die Sommerwärme kehrt zurück. Bereits zum Wochenende steigen die Temperaturen deutlich an. Nach einer vorübergehenden Abkühlung deutet sich zum Monatswechsel ein weiterer und wahrscheinlich kräftigerer Warmluftvorstoß an.
Gleichzeitig bleibt die Trockenheit in vielen Regionen Deutschlands ein ernstes Thema. Zwar werden immer wieder Niederschläge berechnet, eine flächendeckende und nachhaltige Regenphase ist bislang aber nicht erkennbar.
Grundlage der Einschätzung sind die aktuellen GFS-ENS-Diagramme für sechs repräsentative Regionen Deutschlands. Das Ensemble besteht aus zahlreichen leicht unterschiedlichen Modellberechnungen. Dadurch lässt sich erkennen, welche Entwicklung bereits relativ sicher ist und wo die Unsicherheit zunimmt.
Lagebericht zur Hitze: Nach der Abkühlung wird es wieder wärmer
Die zuvor sehr warme bis heiße Luft wurde in weiten Teilen Deutschlands durch kühlere Meeresluft ersetzt. Vor allem im Norden und Osten ist das Temperaturniveau zunächst deutlich niedriger als während der vorangegangenen Hitzephase.
Regional sorgen Wolken, Schauer und ein zeitweise lebhafter West- bis Nordwestwind für einen eher verhaltenen Hochsommer. Im Süden und Südwesten hält sich häufiger wärmere Luft, doch auch dort bleibt die ganz große Hitze zunächst aus.
Diese kühlere Wetterphase ist allerdings nur vorübergehend. Zum Wochenende wird von Südwesten her wieder wärmere Luft nach Deutschland geführt. Besonders im Süden und Südwesten sind dann erneut hochsommerliche Temperaturen möglich.
Zu Beginn der neuen Woche deutet sich noch einmal ein Temperaturrückgang an. Danach steigt das Temperaturniveau zum Monatswechsel in vielen Regionen erneut deutlich an.
Lagebericht zur Trockenheit: Oberboden vielerorts stark ausgetrocknet
Die Darstellung vom 20. Juli 2026 bezieht sich auf den Oberboden zwischen 0 und 30 Zentimetern. Besonders im Westen und Südwesten sowie in großen Teilen Süd- und Ostdeutschlands ist der Boden verbreitet trocken oder sehr trocken.
Regional liegen die Wasservorräte bei weniger als 20 Prozent der nutzbaren Feldkapazität. Pflanzen können dort nur noch auf sehr geringe Feuchtereserven im Oberboden zurückgreifen.
Besonders betroffen sind Wiesen, Gärten, landwirtschaftliche Kulturen und andere flach wurzelnde Pflanzen. Auch für junge Bäume und Wälder nimmt der Trockenstress zu, wobei ältere Bäume teilweise noch Wasser aus tieferen Bodenschichten erreichen können.
Günstiger ist die Lage stellenweise in Teilen der Mitte, im äußersten Norden, im südöstlichen Deutschland und am unmittelbaren Alpenrand. Dort haben frühere Niederschläge regional für höhere Bodenfeuchte gesorgt.
Die Karte beschreibt ausschließlich den Oberboden. Über tiefere Bodenschichten und das Grundwasser lässt sich daraus keine direkte Aussage ableiten.
Deutschlandweiter Wettertrend bis Anfang August
Die Ensemble-Berechnungen zeigen für Deutschland keinen gleichmäßigen Übergang in eine neue Dauerhitze. Stattdessen zeichnet sich eine wellenförmige Temperaturentwicklung ab.
Zunächst bleibt es vergleichsweise kühl, zum Wochenende wird es deutlich wärmer, anschließend folgt wahrscheinlich eine kurze Abkühlung. Ab etwa dem 29. oder 30. Juli steigt das Temperaturniveau erneut an.
Besonders im Süden und Südwesten liegt die Luftmasse zum Monatswechsel voraussichtlich deutlich über dem langjährigen Mittel. Auch im Westen, in der Mitte und im Osten ist verbreitet sommerliches bis sehr warmes Wetter möglich.
Im Norden bleibt der Einfluss kühlerer Meeresluft größer. Dort wird es ebenfalls wärmer, eine ausgeprägte Hitzelage ist aber deutlich weniger wahrscheinlich.
Ab Anfang August wächst die Spannweite der Berechnungen stark. Einige Varianten zeigen anhaltend sehr warme oder heiße Luft, andere lassen bereits wieder kühlere Luft nach Deutschland vordringen.
Die Rückkehr der Wärme ist damit recht wahrscheinlich. Wie heiß es wird und wie lange die warme Phase anhält, bleibt dagegen unsicher.
Wettertrend für den Norden und Nordwesten
Im Norden und Nordwesten bleibt das Temperaturniveau zunächst vergleichsweise niedrig. Wolken, einzelne Schauer und zeitweise kräftigerer Wind sorgen regional für eher mäßig warmes Sommerwetter.
Zum Wochenende wird es vorübergehend wärmer. Zu Beginn der neuen Woche folgt wahrscheinlich noch einmal ein Temperaturrückgang.
Zum Monatswechsel zeigen auch die nördlichen Regionen einen Aufwärtstrend. Die Berechnungen liegen dann allerdings weit auseinander. Neben sommerlich warmen Varianten gibt es weiterhin Lösungen mit deutlich kühlerer Meeresluft.
Eine länger andauernde Hitzewelle ist im Norden nach dem aktuellen Stand eher unwahrscheinlich.
Niederschläge sind immer wieder möglich. Sie dürften regional hilfreich sein, reichen aber voraussichtlich nicht für eine flächendeckende und nachhaltige Verbesserung der Bodenfeuchte aus.
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Wettertrend für den Westen
Im Westen wird es zum Wochenende deutlich wärmer. Verbreitet ist wieder sommerliches Wetter möglich, örtlich kann das Temperaturniveau auch in den sehr warmen Bereich steigen.
Nach einer kurzen Abkühlung deutet sich zum Monatsende ein weiterer Wärmeschub an. Ob daraus auch mehrere heiße Tage entstehen, ist noch nicht sicher.
Für die Trockenheit ist die Entwicklung ungünstig. Gerade der Westen gehört derzeit zu den Regionen mit besonders niedrigen Feuchtewerten im Oberboden.
Die Niederschlagssignale bleiben vergleichsweise unregelmäßig und vielfach schwach. Einzelne Schauer oder Gewitter können zwar örtlich Regen bringen, eine großräumige Erholung der Böden zeichnet sich jedoch nicht ab.
Wettertrend für die Mitte
In der Mitte Deutschlands wechseln sich in den nächsten Tagen mäßig warme, kühlere und wieder deutlich wärmere Abschnitte ab.
Zum Wochenende wird es verbreitet sommerlich. Anschließend kann vorübergehend kühlere Luft einfließen, bevor die Temperaturen zum Monatswechsel erneut steigen.
Regional ist dann sehr warmes Wetter möglich. Für eine länger anhaltende Hitzelage ist das Signal jedoch noch nicht stabil genug.
Die Niederschläge werden voraussichtlich sehr unterschiedlich verteilt sein. In einigen Gebieten können Schauer die oberste Bodenschicht vorübergehend anfeuchten, während andere Regionen nur wenig Regen erhalten.
Die Mitte besitzt die besten Chancen auf lokale Entspannung, eine flächendeckende Erholung ist aber auch hier nicht in Sicht.
Wettertrend für den Nordosten und Osten
Im Nordosten und Osten beginnt der Vorhersagezeitraum vergleichsweise kühl. Zum Wochenende steigen die Temperaturen deutlich an, bevor zu Beginn der neuen Woche wahrscheinlich noch einmal kühlere Luft folgt.
Zum Monatswechsel nimmt das Wärmepotenzial erneut zu. Dann sind verbreitet sommerliche und regional auch sehr warme Tage möglich.
Einzelne Berechnungen zeigen sogar einen kräftigen Vorstoß heißer Luft. Andere Varianten bleiben deutlich gemäßigter.
Hitze ist im Osten zeitweise möglich, eine stabile und länger anhaltende Hitzewelle aber noch nicht gesichert.
Auch Niederschlagssignale sind vorhanden. Wahrscheinlicher als gleichmäßiger Landregen sind jedoch Schauer und Gewitter mit großen Unterschieden auf engem Raum.
Wettertrend für den Südwesten und Oberrhein
Im Südwesten ist das Wärmesignal am stärksten ausgeprägt. Bereits zum Wochenende wird es deutlich wärmer. Bei längerem Sonnenschein sind in den Niederungen erneut heiße Temperaturen möglich.
Nach einer wahrscheinlichen kurzen Abschwächung steigt das Temperaturniveau zum Monatswechsel erneut kräftig an.
Der Südwesten besitzt damit die größte Wahrscheinlichkeit für eine weitere Hitzephase. Ob es sich nur um einzelne heiße Tage oder um eine längere Periode handelt, ist aufgrund der zunehmenden Unsicherheit noch offen.
Gleichzeitig gehört der Südwesten zu den Regionen mit besonders starkem Trockenstress. Zwar sind örtliche Schauer oder Gewitter möglich, ein verlässliches Signal für flächigen und länger anhaltenden Regen fehlt jedoch.
Durch hohe Temperaturen und zunehmende Verdunstung kann ein Teil des gefallenen Regens rasch wieder verloren gehen.
Wettertrend für den Süden und Südosten
Auch im Süden und Südosten wird es zum Wochenende deutlich wärmer. Regional kann es wieder heiß werden.
Nach einer vorübergehenden Abkühlung nimmt das Wärmepotenzial zum Monatswechsel erneut zu. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren hochsommerlichen Abschnitt.
Im Vergleich zu anderen Regionen sind die Niederschlagssignale etwas deutlicher. Das bedeutet jedoch nicht automatisch gleichmäßigen und ergiebigen Regen.
Wahrscheinlicher sind Schauer und Gewitter, bei denen die Regenmengen regional stark schwanken. Am Alpenrand können wiederholte Niederschläge die Bodenfeuchte örtlich verbessern. Abseits davon dürfte der Trockenstress vielerorts bestehen bleiben.
Ausblick Hitze: Kommt die Hitze zurück?
Ja, die Hitze kann regional zurückkehren – zunächst zum Wochenende und wahrscheinlich erneut zum Monatswechsel.
Am größten ist das Hitzepotenzial im Süden und Südwesten. Auch im Westen, in der Mitte und im Osten sind zeitweise sehr warme oder heiße Tage möglich.
Im Norden bleibt das Wetter voraussichtlich gemäßigter. Dort ist eher mit normalen sommerlichen Temperaturen als mit einer ausgeprägten Hitzewelle zu rechnen.
Eine deutschlandweite Dauerhitze ist aus den aktuellen Berechnungen nicht abzuleiten. Wahrscheinlicher ist ein wechselhafter Verlauf mit warmen und heißen Phasen, die zwischendurch von kühlerer Luft unterbrochen werden.
Ab Anfang August nimmt die Unsicherheit deutlich zu. Die Entwicklung reicht dann von anhaltend sehr warmem Wetter bis zu einem erneuten Vorstoß kühlerer Atlantikluft.
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Ausblick Trockenheit: Bleibt die Trockenheit bestehen?
Nach dem aktuellen Stand wird die Trockenheit in vielen Regionen Deutschlands bestehen bleiben.
In den nächsten Tagen und Wochen wird es zwar immer wieder Niederschläge geben. Die Signale sprechen jedoch überwiegend für einzelne Regengebiete, Schauer oder Gewitter und nicht für eine mehrtägige, flächendeckende Landregenlage.
Örtlich können kräftige Niederschläge die Lage im Oberboden vorübergehend verbessern. Nur wenige Kilometer entfernt kann es gleichzeitig nahezu trocken bleiben.
Starker Gewitterregen ist zudem nicht immer besonders wirksam. Auf ausgetrockneten oder verhärteten Böden kann ein Teil des Wassers oberflächlich abfließen, bevor es langsam einsickert.
Für eine nachhaltige Verbesserung wären mehrere flächige Regenfälle mit mäßiger Intensität und längerer Dauer notwendig.
Besonders im Westen, Südwesten sowie in Teilen Süd- und Ostdeutschlands dürfte der Trockenstress deshalb ein wichtiges Thema bleiben.
Der Hochsommer ist noch nicht vorbei. Nach der derzeit kühleren Phase steigen die Temperaturen zum Wochenende wieder deutlich an. Besonders im Süden und Südwesten sind erneut heiße Tage möglich.
Nach einer kurzen Unterbrechung nimmt das Wärmepotenzial zum Monatswechsel nochmals zu. Eine lang anhaltende und deutschlandweite Hitzewelle ist aber weiterhin nicht sicher.
Die Trockenheit bleibt voraussichtlich bestehen. Regen wird es regional geben, eine flächendeckende und nachhaltige Entspannung ist aus den aktuellen Berechnungen jedoch nicht erkennbar.
Hinweis: Diese Einschätzung basiert auf dem GFS-Ensemble-Lauf vom 22. Juli 2026, 00 UTC. Mit zunehmender Vorhersagedauer wächst die Unsicherheit. Besonders die Entwicklung ab Anfang August kann sich in den kommenden Modellläufen noch deutlich verändern.
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