Update: 28.12.25 - 19:50 Uhr
Wetterlage zu Silvester
Zum Jahreswechsel befindet sich Mitteleuropa in einer ausgeprägten Übergangslage zwischen milderen Luftmassen aus Südwesten und kälterer Luft aus nördlichen Breiten. Die Strömung verläuft überwiegend westlich bis nordwestlich, wobei sich eine Luftmassengrenze über oder nahe Deutschland etabliert.
Nach den vorliegenden Karten liegt diese Grenze an Silvester noch relativ weit nördlich. In 850 hPa bewegen sich die Temperaturen über weiten Teilen Deutschlands um etwa -4 bis -6 Grad, im Süden teils etwas höher. Das spricht bodennah zunächst nicht für einen flächendeckenden Wintereinbruch, sondern für eine eher gedämpft winterliche Lage mit regionalen Unterschieden.
Niederschläge treten vor allem in einem bandartigen Streifen von Westen nach Osten auf. Dabei überwiegt in tieferen Lagen vielfach Regen oder Schneeregen, während in höheren Lagen sowie bei intensiveren Niederschlagsphasen Schnee möglich ist. Die Schneefallgrenze liegt vielfach zwischen 400 und 700 Metern, schwankt aber regional deutlich.
Insgesamt zeigt sich Silvester damit als Übergangstag: wechselhaft, zeitweise nass und regional winterlich, aber noch ohne flächendeckenden Kälteeinbruch.
Wetterentwicklung nach Silvester: Modellvergleich GFS und ICON
GFS: Luftmassengrenze bleibt relativ weit nördlich
Das GFS-Modell lässt die Luftmassengrenze auch in den Tagen nach Silvester nur langsam nach Süden vorankommen. In den 850-hPa-Karten zum 1. und 2. Januar liegen über Deutschland vielfach Temperaturen zwischen etwa -4 und -7 Grad, mit etwas milderer Luft im Süden und Südwesten.
In dieser Variante bleibt der atlantische Einfluss spürbar. Tiefausläufer greifen wiederholt auf Mitteleuropa über und sorgen für Niederschläge, die je nach Höhenlage unterschiedlich ausfallen. Schnee konzentriert sich vor allem auf die Mittelgebirge sowie auf den Alpenraum. Dort zeigen die Schneedeckenkarten teils deutliche Neuschneemengen.
In den tieferen Lagen bleibt es in dieser Lösung häufig bei Regen oder Schneeregen, zeitweise auch bei nassem Schnee, der jedoch nicht überall liegen bleibt. Ein durchgreifender Wintereinbruch bis ins Flachland ist in dieser Variante eher unwahrscheinlich. Die Temperaturen bewegen sich tagsüber meist leicht über, nachts teils unter dem Gefrierpunkt.
ICON: stärkere Abkühlung und weiter südlich reichende Kaltluft
Das ICON-Modell zeigt in mehreren Läufen eine deutlich konsequentere Abkühlung. Hier greift die kältere Luft nach Neujahr weiter nach Süden aus. Die 850-hPa-Temperaturen sinken verbreitet auf etwa -6 bis -9 Grad, regional auch darunter. Damit würde sich die Luftmasse klar winterlich präsentieren.
In dieser Variante verlagert sich die Luftmassengrenze deutlich südwärts. Die Strömung dreht zunehmend auf nördliche bis nordöstliche Richtungen, was den Zustrom kontinental geprägter Kaltluft begünstigt. Niederschläge würden in weiten Teilen Deutschlands als Schnee fallen, nicht nur in den Mittelgebirgen, sondern teils auch in tieferen Lagen.
Die Schneekarten zeigen in diesem Szenario verbreitete Schneedecken, mit Schwerpunkten in Mittelgebirgen und im Süden, aber auch mit Schneefeldern im Flachland. Besonders um den 2. und 3. Januar wären dann winterliche Straßenverhältnisse möglich.
Gleichzeitig deutet ICON auf eine eher gedämpfte Niederschlagsintensität hin, was eher für wiederholte leichte Schneefälle als für kräftige Schneestürme spricht.