Im Süden erst noch einmal Hitze, ab Mittwoch folgt der Temperatursturz
Samstag, 5. September 2026
Schon bald Herbst oder weiter Hitze?
Kommt jetzt der Herbst?
Der meteorologische Herbst hat zwar längst begonnen, beim Wetter möchte sich der Sommer aber noch nicht vollständig geschlagen geben. Vor allem im Süden Deutschlands steht zu Beginn der neuen Woche noch einmal ein markanter Warmluftvorstoß bevor. Am Montag und teilweise auch noch am Dienstag kann es dort hochsommerlich werden. Gleichzeitig bleibt der Norden deutlich zurückhaltender. Ab Mittwoch ändert sich die Wetterlage dann grundlegend: Kühlere Luft breitet sich über Deutschland aus und drängt die außergewöhnlich warme Luft weit nach Süden zurück.
Ist das bereits der endgültige Übergang in den Herbst? Der Vergleich zwischen ECMWF und GFS zeigt ein differenzierteres Bild. Die Abkühlung in der zweiten Wochenhälfte dürfte ziemlich sicher kommen und mehrere Tage anhalten. Ein endgültiges Ende spätsommerlicher Wärme lässt sich daraus aber noch nicht ableiten. Gerade für Süddeutschland tauchen in der zweiten Septemberhälfte erneut Signale für wärmere Luft auf.
Sonntag: Der Süden öffnet noch einmal die Tür für den Sommer
Bereits am Sonntag beginnt sich die Luftmasse über Deutschland deutlich zu erwärmen. Besonders ausgeprägt ist das über dem Süden und Südwesten. In rund 1.500 Metern Höhe, meteorologisch betrachtet auf der 850-hPa-Fläche, rechnen die Modelle dort teilweise mit 15 bis über 20 Grad. Das ist für Anfang September ausgesprochen warme Luft.
Am Boden wird dieses Potenzial allerdings nicht überall vollständig ausgeschöpft. In München werden am Sonntag beispielsweise rund 24 Grad erwartet, während Köln etwa 23 Grad erreicht. Ganz anders sieht es im Norden aus: Hamburg kommt zunächst lediglich auf etwa 19 Grad, Berlin auf rund 20 Grad. Damit bleibt das bereits bekannte Nord-Süd-Gefälle bestehen.
Gerade im Süden sollte man deshalb eher von einem spätsommerlichen Auftakt als bereits von großer Hitze sprechen. Die heißeste Luft erreicht Deutschland erst zum Wochenstart.
Montag und Dienstag: Im Süden noch einmal hochsommerlich
Am Montag schiebt sich die Warmluft weiter nach Norden. ECMWF und GFS zeigen über Süddeutschland verbreitet Temperaturen von etwa 16 bis 20 Grad in 850 hPa, örtlich liegt die Luftmasse sogar noch etwas darüber. Solche Werte ermöglichen Anfang September bei ausreichend Sonne ohne Weiteres Höchsttemperaturen deutlich über 25 Grad und regional um oder über 30 Grad.
Besonders interessant wird der Dienstag. Die wärmste Luft konzentriert sich dann zunehmend auf Bayern, Baden-Württemberg und den äußersten Süden. Im Süden sind nochmals 28 bis 32 Grad realistisch, in besonders begünstigten Regionen am Oberrhein lokal auch etwas mehr. Damit wäre die 30-Grad-Marke noch einmal erreichbar.
Für München zeigt die aktuelle Ortsprognose den Verlauf besonders eindrucksvoll: Nach etwa 24 Grad am Sonntag werden für Montag rund 28 Grad und am Dienstag sogar rund 30 Grad berechnet. Nur einen Tag später fällt die prognostizierte Höchsttemperatur deutlich ab.
Damit handelt es sich nicht nur um ein subjektives Wärmegefühl, sondern um einen sehr markanten Luftmassenwechsel innerhalb weniger Tage.
Im Norden kommt der Sommer nur kurz vorbei
Während der Süden noch einmal schwitzt, fällt die Entwicklung im Norden deutlich gedämpfter aus. Am Sonntag liegen in 850 hPa über Norddeutschland teilweise nur etwa 4 bis 7 Grad an. Bis Montag erreicht vorübergehend wärmere Luft auch den Norden.
Hamburg könnte dadurch am Montag noch einmal in einen sommerlichen Temperaturbereich kommen. Berlin erreicht ebenfalls noch einmal deutlich über 20 Grad. Danach ist der Wärmehöhepunkt dort aber bereits überschritten.
Im Norden ist deshalb wesentlich eher ein herbstlicher Wettercharakter zu erwarten als im Süden. Selbst wenn einzelne Tage noch einmal sommerlich ausfallen, fehlt dort nach aktuellem Stand die Grundlage für eine längere Hitzephase.
Auch Köln liegt zwischen beiden Welten. Zum Wochenstart ist dort noch einmal ein deutlich wärmerer Tag möglich, anschließend sinkt das Temperaturniveau spürbar.
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Mittwoch bringt den eigentlichen Wetterwechsel
Besonders bemerkenswert ist die Übereinstimmung der beiden großen Wettermodelle für die Wochenmitte. Sowohl ECMWF als auch GFS lassen ab Dienstag von Nordwesten deutlich kühlere Luft nach Deutschland einströmen.
Beim GFS sinken die 850-hPa-Temperaturen im Norden und Westen bereits am Mittwoch teilweise auf nur noch etwa 2 bis 6 Grad. Wärmere Luft hält sich zunächst noch Richtung Südosten. Auch ECMWF zeigt denselben grundlegenden Ablauf. Die sehr warme Luft wird südostwärts abgedrängt, während sich die kühlere Atlantikluft über großen Teilen Deutschlands durchsetzt.
Damit geht ein Temperatursturz einher, der besonders im Süden deutlich zu spüren sein dürfte. Von knapp 30 Grad auf Werte um 18 bis 21 Grad innerhalb von ein bis zwei Tagen ist regional durchaus möglich.
Das ist mehr als eine kurze Abkühlung durch einen einzelnen Regenschauer. Die Karten zeigen einen echten Austausch der Luftmasse.
Die Entwicklung der beiden Modelle lässt sich direkt in unseren Wetterkarten verfolgen:
Genau hier wird der Modellvergleich interessant. Bis etwa Donnerstag oder Freitag besteht eine relativ hohe Übereinstimmung. Nach dem Wärmegipfel setzt sich deutschlandweit deutlich gemäßigtere Luft durch.
Über weiten Teilen Deutschlands liegen die 850-hPa-Temperaturen anschließend nur noch ungefähr zwischen 4 und 9 Grad. Das entspricht bei normaler Durchmischung häufig Tageshöchstwerten im Bereich von etwa 17 bis 23 Grad. Im Norden können die Werte zeitweise noch darunter bleiben, im Süden bei Sonne etwas darüber liegen.
Auch am Wochenende um den 12. und 13. September rechnen beide Modelle zunächst nicht mit einer raschen Rückkehr der heißen Luft. Die erste Abkühlung ist damit wahrscheinlich kein Eintagesereignis.
Von einem dauerhaften Absturz in frühherbstlich kaltes Wetter kann man allerdings ebenfalls nicht sprechen. Die Luftmasse bleibt für September überwiegend moderat.
ECMWF und GFS sehen später wieder wärmere Luft
In der erweiterten Vorhersage beginnen die Modelle auseinanderzulaufen. Das ist für diesen Zeitraum völlig normal.
Beim ECMWF taucht um den 16. und 17. September wieder deutlich wärmere Luft über Teilen Mittel- und Süddeutschlands auf. Vor allem Richtung Alpen und Südosten werden in 850 hPa teilweise wieder Werte von 12 bis 16 Grad simuliert. Anschließend wird diese Warmluft in diesem Lauf allerdings wieder zurückgedrängt.
Das GFS lässt sich mit einer stärkeren Erwärmung etwas mehr Zeit. Dort steigt das Temperaturniveau vor allem um den 18. bis 20. September wieder an. Der Hauptlauf zeigt dann über Teilen Deutschlands erneut eine deutlich mildere bis warme Luftmasse.
Das ist ein wichtiges Signal: Beide Modelle halten weitere spätsommerliche Warmluftvorstöße für möglich, sind sich aber weder über Zeitpunkt noch Ausprägung einig.
Und genau deshalb wäre es derzeit verfrüht, aus einzelnen Karten bereits eine neue Hitzewelle für die zweite Septemberhälfte abzuleiten.
Kommt die Hitze im Süden im September noch einmal zurück?
Aus heutiger Sicht lautet die Antwort: möglich ja, sicher nein.
Für einen richtigen Hitzetag müssen am Boden mindestens 30 Grad erreicht werden. Die Modellläufe zeigen in der zweiten Monatshälfte zwar erneut Luftmassen, die bei günstiger Wetterlage sommerliche Temperaturen ermöglichen können. Für eine länger anhaltende Phase mit verbreitet über 30 Grad gibt es bislang aber kein belastbares gemeinsames Signal.
Interessant ist deshalb zusätzlich der Monatstrend. Er zeigt weniger einzelne Tage als vielmehr die grundsätzliche Temperaturtendenz über mehrere Wochen. Gerade für Süddeutschland bleibt eine weitere spätsommerliche Phase in der zweiten Septemberhälfte durchaus möglich. Im Norden sind die Signale dafür deutlich schwächer.
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Regen wird beim Wetterwechsel ebenfalls wieder wichtiger
Der Übergang zur kühleren Luft dürfte nicht überall trocken erfolgen. Allerdings zeigen ECMWF und GFS bei der Niederschlagsverteilung bereits größere Unterschiede.
Das ECMWF berechnet bis in die zweite Septemberhälfte in vielen Landesteilen recht verbreitete Niederschläge. Das GFS setzt deutlich stärkere Schwerpunkte über Süd- und Ostdeutschland und bleibt in Teilen des Nordwestens zurückhaltender. Gerade im Alpenraum werden in einzelnen Berechnungen deutlich höhere Summen simuliert.
Dass mit dem Luftmassenwechsel wieder Schauer und Regenphasen auftreten, ist plausibel. Wo die größten Mengen zusammenkommen, ist dagegen noch offen. Langfristige Niederschlagssummen reagieren besonders empfindlich auf kleine Änderungen bei Zugbahn und Geschwindigkeit einzelner Tiefdruckgebiete.
Wetter für München, Köln, Hamburg und Berlin
Die aktuelle Entwicklung lässt sich auch anhand einzelner Städte gut verfolgen.
Für die Entwicklung über die klassische 7-Tage-Vorhersage hinaus lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Monatstrends. Sie zeigen weniger einen konkreten Tageswert als vielmehr die mögliche Temperaturentwicklung und die Unsicherheit innerhalb der Modellberechnungen.
Fazit: Ein erster kräftiger Herbstgruß, aber noch kein endgültiger Abschied vom Sommer
Der kommende Wetterwechsel ist deutlich. Im Süden geht es zunächst noch einmal in Richtung Hochsommer. Montag und Dienstag können regional knapp 30 Grad oder etwas mehr bringen. Im Norden fällt diese Wärmephase deutlich schwächer und kürzer aus.
Ab Dienstag und vor allem am Mittwoch setzt dann von Nordwesten eine markante Abkühlung ein. Die heiße Luft wird aus Deutschland verdrängt, und für mehrere Tage stellt sich ein wesentlich gemäßigteres Temperaturniveau ein. Damit bekommt Deutschland zweifellos einen ersten deutlichen Vorgeschmack auf den Herbst.
Ein endgültiger Durchbruch des Herbstes ist daraus aber noch nicht abzuleiten. Sowohl ECMWF als auch GFS rechnen später erneut mit wärmeren Luftmassen über Mitteleuropa. Der Zeitpunkt unterscheidet sich, und eine neue echte Hitzephase ist noch keineswegs gesichert.
Der Sommer verliert also deutlich an Kraft, ist aber noch nicht vollständig abgeschrieben. Besonders Süddeutschland bleibt auch in der zweiten Septemberhälfte ein Kandidat für weitere spätsommerliche Tage.
Quellenhinweis
Grundlage dieser Einschätzung sind die Wetterkarten des ECMWF IFS, Lauf vom 5. September 2026, 00 UTC, sowie des GFS, Lauf vom 5. September 2026, 06 UTC. Ergänzend wurden die aktuellen Ortsprognosen und die Monatstrends von Blick aufs Wetter berücksichtigt.
Vorhersagen jenseits von etwa sieben bis zehn Tagen sind ausdrücklich als Wettertrend zu verstehen. Einzelne Tageskarten können sich in diesem Zeitraum noch deutlich verändern.
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