Stand: Freitag, 26.12.25 - 16:45 Uhr
Wetterlage zu Silvester
Zum Jahreswechsel deutet sich über Europa eine allmähliche Umstellung der Großwetterlage an. Der bislang vorherrschende atlantische Einfluss wird zunehmend nach Südosten verdrängt, während sich über Skandinavien und Teilen Osteuropas höherer Luftdruck etabliert. Damit öffnet sich der Weg für kältere Luftmassen, die aus östlichen bis nordöstlichen Richtungen nach Mitteleuropa vordringen können.
Gleichzeitig verbleibt über Süd- und Südosteuropa eine Zone mit schwachem Tiefdruckeinfluss. Entlang dieser Luftmassengrenze bilden sich wiederholt Niederschlagsfelder, die zeitweise auch Deutschland erfassen. Entscheidend für einen winterlichen Charakter ist dabei, ob sich die kältere Luft bis in tiefere Luftschichten durchsetzen kann.
Modellvergleich: GFS, ICON und ECMWF
GFS (06z)
Das GFS-Modell zeigt ab dem 30. Dezember zunehmend winterliche Signale. Mehrfach wird ein bandförmiger Bereich mit Schneefall vom Alpenraum über Süddeutschland bis in Teile der Landesmitte gerechnet. In höheren Lagen können sich dabei nennenswerte Schneedecken aufbauen, während es in tieferen Regionen häufig grenzwertig bleibt. Zum 2. Januar hält das Modell verbreitet winterliche Bedingungen in den Mittelgebirgen und am Alpenrand aufrecht, während das norddeutsche Tiefland meist schneefrei bleibt.
ICON (12z)
ICON bestätigt grundsätzlich die Tendenz zu einer kälteren Witterung, zeigt sich bei der Ausdehnung der Schneefelder jedoch zurückhaltender. Die stärksten Schneesignale liegen auch hier im Süden sowie in höheren Mittelgebirgslagen. Dort werden zusammenhängende Schneedecken simuliert, während das Flachland nur zeitweise oder randlich erfasst wird. Insgesamt wirkt die Lage der Schneezonen bei ICON etwas stabiler, aber weniger flächig als im GFS.
ECMWF (IFS)
Das europäische ECMWF-Modell unterstützt die Abkühlung zum Jahreswechsel, bleibt bei der Niederschlagsverteilung zunächst vorsichtig. Für die Tage um Silvester werden eher trockenkalte bis mäßig kalte Luftmassen berechnet, mit Niederschlägen vor allem im Süden und im Alpenraum.
Interessant ist jedoch der weitere Trend: In Richtung Dreikönig deutet ECMWF zunehmend eine dynamischere Wetterlage an. Dabei werden wiederholt Konstellationen angedeutet, die eine stärkere Zufuhr kalter Luft aus östlichen bis nordöstlichen Richtungen ermöglichen könnten. Gleichzeitig nehmen die Signale für winterliche Niederschläge allmählich zu, insbesondere in den Mittelgebirgen und im Alpenraum. Dieser Zeitraum liegt jedoch noch deutlich im erweiterten Vorhersagebereich, sodass Zeitpunkt, Intensität und räumliche Verteilung derzeit mit großer Unsicherheit behaftet sind.
Einordnung und Unsicherheiten
Der betrachtete Zeitraum liegt teils deutlich jenseits der mittelfristigen Vorhersage. Entsprechend schwanken Details noch erheblich. Unsicher sind insbesondere:
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genaue Lage und Ausdehnung der Niederschlagszonen
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Temperaturverteilung in Bodennähe
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Höhe der Schneefallgrenze
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Dauer einer möglichen winterlichen Phase
Übereinstimmend zeigen jedoch alle drei Modelle eine Tendenz zu kälterem Wetter rund um den Jahreswechsel. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit für zumindest zeitweise winterliche Verhältnisse in Deutschland.