Neue Hitzewelle nimmt Kurs auf Deutschland

Die nächste heiße Wetterphase zeichnet sich inzwischen deutlich ab. Vor allem am Freitag und Samstag steigen die Temperaturen in großen Teilen Deutschlands auf hochsommerliche Werte

Neue Hitzewelle nimmt Kurs auf Deutschland

Stand: 11. August 2026

Wie heiß es tatsächlich wird, darüber sind sich ECMWF und GFS allerdings weiterhin nicht einig. GFS liegt erneut deutlich über dem europäischen Modell. Gerade im Westen und Südwesten berechnet das amerikanische Modell teilweise außergewöhnlich hohe Temperaturen. ECMWF bleibt etwas zurückhaltender und bekommt deshalb bei unserer Einschätzung derzeit mehr Gewicht.

Freitag: Schwerpunkt zunächst im Westen und Südwesten

Am Freitag, 14. August, liegt der Schwerpunkt der Hitze zunächst deutlich im Westen und Südwesten Deutschlands.

Nach der aktuellen ECMWF Berechnung werden entlang des Oberrheins und weiter nach Norden über Rheinland Pfalz bis in Teile Nordrhein Westfalens vielfach 35 bis 37 Grad erreicht. Regional sind auch etwas höhere Werte möglich.

Auch Hessen und Teile der Mitte liegen mit etwa 33 bis 36 Grad bereits deutlich im heißen Bereich.

Besonders auffällig ist diesmal aber, wie weit die Wärme nach Norden vorankommt. Im Binnenland von Niedersachsen zeigt ECMWF verbreitet Werte um 33 bis 35 Grad. Selbst im Raum Hamburg kann es sehr warm bis heiß werden.

Ganz anders sieht es direkt an den Küsten aus. Dort macht sich Nordsee und Ostsee deutlich bemerkbar. Während das Binnenland teilweise über 30 Grad erreicht, bleiben die Temperaturen unmittelbar an der Küste erheblich niedriger.

Im Osten ist die Hitze am Freitag zunächst etwas weniger ausgeprägt. Von Berlin über Brandenburg bis nach Sachsen liegen die Werte vielfach um 30 Grad oder etwas darüber.

GFS sieht am Freitag deutlich höhere Spitzen

Der Unterschied zum amerikanischen Modell ist erheblich.

GFS berechnet am Freitag im Westen und Südwesten großflächig 38 bis 40 Grad, stellenweise sogar darüber. Auch Richtung Nordrhein Westfalen und Hessen tauchen außergewöhnlich hohe Werte auf.

Damit liegt GFS in einigen Regionen mehrere Grad über ECMWF.

Das ist durchaus bemerkenswert, allerdings hat das amerikanische Modell bei den vergangenen Hitzephasen mehrfach sehr hohe Spitzen gezeigt, die später wieder zurückgenommen wurden oder in dieser Form nicht eingetreten sind.

Deshalb sehen wir die Werte um oder über 40 Grad momentan eher als obere Möglichkeit und nicht als wahrscheinlichste Entwicklung.

Hitze deutlich über 30 Grad ist dagegen auch nach ECMWF keine Frage mehr.

Samstag verlagert sich die stärkste Hitze

Am Samstag, 15. August, verändert sich die Verteilung etwas.

Der äußerste Südwesten ist nach ECMWF nicht mehr überall der heißeste Teil Deutschlands. Stattdessen liegt ein breiter Streifen besonders hoher Temperaturen von Niedersachsen über Hessen, Thüringen und Franken bis nach Sachsen und Brandenburg.

In diesen Regionen zeigt ECMWF vielfach 34 bis 36 Grad, stellenweise auch etwas mehr.

Auch Berlin gerät dann deutlich stärker in die heiße Luft als noch am Freitag. Gleiches gilt für Teile Sachsens und Sachsen Anhalts.

In Bayern bleibt es ebenfalls heiß. Rund um München und in weiten Teilen des Landes werden häufig Werte über 30 Grad berechnet.

Auch im Norden wird es heiß

Besonders interessant ist die Entwicklung für Norddeutschland.

Bei früheren heißen Wetterlagen dieses Sommers blieb der Norden häufiger deutlich kühler als der Süden. Diesmal dringt die heiße Luft wesentlich weiter vor.

Vor allem Niedersachsen gerät am Freitag und Samstag voll in die Hitze. Dort sind nach ECMWF im Binnenland teilweise 34 bis 36 Grad möglich.

Auch Richtung Hamburg wird es sehr warm bis heiß.

An der grundsätzlichen Sonderstellung der Küsten ändert sich allerdings nichts. Direkt an Nordsee und Ostsee bleibt die Luft erheblich kühler. Schon auf relativ kurzer Entfernung können deshalb große Temperaturunterschiede auftreten.

Der Satz „Im Norden bleibt es kühl“ wäre für diese Wetterlage trotzdem falsch. Abseits der unmittelbaren Küsten kann es auch in Norddeutschland ausgesprochen heiß werden.

Samstag zeigt GFS erneut die extremere Variante

Auch am Samstag bleibt GFS deutlich offensiver.

Über weiten Teilen des Südwestens, Westens und der Mitte berechnet das Modell Temperaturen um 38 bis 40 Grad. Regional tauchen sogar Werte darüber auf.

ECMWF zeigt dagegen meist niedrigere Temperaturen und verlagert den Schwerpunkt stärker in die Mitte und nach Norden.

Gerade dieser Unterschied ist für die weitere Entwicklung wichtig.

Dass eine ausgeprägte Hitzephase kommt, zeigen beide Modelle. Die Frage ist inzwischen weniger, ob es heiß wird, sondern vielmehr, wie hoch die Spitzen tatsächlich ausfallen.

Nach den derzeitigen Karten erscheint die ECMWF Variante mit verbreitet etwa 33 bis 37 Grad in den heißesten Regionen plausibler. Einzelne höhere Werte bleiben dennoch möglich.

Was bedeutet die neue Hitze für die Trockenheit?

Für bereits trockene Regionen ist eine weitere heiße Wetterphase grundsätzlich ungünstig.

Temperaturen deutlich über 30 Grad erhöhen die Verdunstung erheblich. Wo die Böden bereits wenig Feuchtigkeit enthalten, nimmt die Austrocknung während sonniger und heißer Tage entsprechend weiter zu.

Besonders kritisch wird die Entwicklung dort, wo mehrere heiße Tage aufeinanderfolgen und gleichzeitig nennenswerter Regen ausbleibt.

Aus den hier betrachteten Temperaturkarten allein lässt sich allerdings noch nicht ableiten, wo und wie viel Niederschlag anschließend fällt. Dafür müssen die kommenden Niederschlagsberechnungen und Ensembles getrennt betrachtet werden.

Fest steht aber: Ein paar örtliche Schauer würden eine bereits länger anhaltende Trockenphase nicht automatisch beenden.

Und die Flusspegel?

Auch bei den Flüssen reicht ein einzelnes Gewitter in der Regel nicht aus, um niedrige Wasserstände dauerhaft zu verändern.

Entscheidend ist, ob über größere Teile eines Einzugsgebietes ausreichend Regen fällt. Bleibt dieser aus, können die Pegel trotz einzelner lokaler Niederschläge niedrig bleiben oder weiter zurückgehen.

Die kommende Hitze hilft dabei jedenfalls nicht. Hohe Temperaturen erhöhen die Verdunstung und verschärfen damit den Wasserverlust zusätzlich.

Für eine wirkliche Erholung wären deshalb nicht einzelne Gewitterzellen entscheidend, sondern größere und länger anhaltende Niederschläge über den jeweiligen Einzugsgebieten.

Ob sich dafür nach der Hitze eine ernsthafte Chance entwickelt, müssen die nächsten Modellläufe zeigen.

Fazit

Deutschland steht vor einer neuen ausgeprägten Hitzephase.

Am Freitag liegt der Schwerpunkt zunächst im Westen und Südwesten. Dort zeigt ECMWF vielfach 35 bis 37 Grad. Am Samstag verlagert sich die stärkste Hitze etwas weiter in die Mitte und nach Norden.

Auch Norddeutschland bleibt diesmal nicht außen vor. Besonders im Binnenland von Niedersachsen werden sehr hohe Temperaturen möglich. Lediglich die unmittelbaren Küsten profitieren weiterhin deutlich vom Einfluss von Nordsee und Ostsee.

GFS sieht die Entwicklung noch wesentlich extremer und berechnet vor allem im Westen und Südwesten teilweise Temperaturen um oder über 40 Grad. Da das Modell zuletzt mehrfach sehr offensiv gerechnet hat, orientieren wir uns momentan stärker an ECMWF.

Die wahrscheinlichere Variante ist damit eine verbreitete Hitze mit etwa 33 bis 37 Grad in den besonders betroffenen Regionen. Einzelne höhere Spitzen sind möglich.

Für die Trockenheit ist das keine gute Entwicklung. Entscheidend wird nun sein, ob nach der Hitze endlich größere Regengebiete auftauchen. Erst dann wäre auch bei trockenen Böden und niedrigen Flusspegeln eine spürbare Entspannung möglich.

Quellen

Blick aufs Wetter, ECMWF Wetterkarten
https://www.blick-aufs-wetter.com/wetterkarten/ecmwf

Blick aufs Wetter, GFS Wetterkarten
https://www.blick-aufs-wetter.com/wetterkarten/gfs

 

 

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