Hitze ist eines dieser Wetterthemen, bei denen fast jeder mitreden kann – und fast jeder etwas anderes meint. Für manche beginnt Hitze schon bei 25 Grad, andere sprechen erst bei 35 Grad von „richtig heiß“. Wer im Schatten sitzt, empfindet denselben Tag anders als jemand auf dem Bau, in der Stadt, im Auto, auf dem Fahrrad oder in einer warmen Dachwohnung.
Genau deshalb ist es wichtig, zwei Dinge sauber zu trennen: das subjektive Hitzeempfinden und die meteorologische Definition. Wenn in der Wetterkunde von einem Sommertag, einem heißen Tag oder einem Hitzetag gesprochen wird, geht es nicht um Gefühl, sondern um messbare Tageshöchsttemperaturen.
Hitze ist ein Gefühl, aber Wetterstatistik braucht klare Definitionen
Im Alltag ist Hitze etwas sehr Persönliches. Ein trockener Tag mit 31 Grad, etwas Wind und niedriger Luftfeuchtigkeit kann für viele Menschen gut auszuhalten sein. Ein schwüler Tag mit 28 oder 29 Grad, kaum Wind und hoher Luftfeuchte kann dagegen deutlich belastender wirken.
Der Körper muss überschüssige Wärme loswerden. Das funktioniert vor allem über Schwitzen und Verdunstung. Ist die Luft trocken, klappt das besser. Ist die Luft feucht und steht die Luft fast still, wird es schwieriger. Dann fühlt sich die Temperatur schnell drückender an, als es der reine Messwert vermuten lässt.
Auch die Umgebung spielt eine große Rolle. In einer grünen Parkanlage wirken 30 Grad anders als zwischen Asphalt, Hauswänden und parkenden Autos. Städte speichern Wärme, geben sie langsam wieder ab und kühlen nachts schlechter aus. Deshalb kann sich Hitze dort länger halten und stärker belasten.
Meteorologisch braucht man trotzdem feste Schwellen. Nur so lassen sich Sommer, Hitzeperioden und Klimatrends sauber vergleichen.
Was ist ein Sommertag?
Ein Sommertag ist ein Tag, an dem die Tageshöchsttemperatur mindestens 25,0 Grad erreicht.
Entscheidend ist dabei die höchste gemessene Lufttemperatur des Tages. Es reicht also, wenn die Temperatur im Tagesverlauf auf 25 Grad oder mehr steigt. Der gesamte Tag muss nicht durchgehend so warm sein.
Ein Sommertag bedeutet: Es ist meteorologisch sommerlich warm. Das kann angenehm sein, muss es aber nicht. Bei trockener Luft, etwas Wind und angenehmen Nächten werden solche Tage oft als klassisches Sommerwetter empfunden. Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder starker Sonneneinstrahlung kann es aber auch bei 25 bis 29 Grad schon anstrengend werden.
Kurz gesagt: Ein Sommertag beginnt ab 25,0 Grad Tageshöchsttemperatur.
Was ist ein Hitzetag?
Der Begriff Hitzetag wird im Alltag häufig verwendet. Meteorologisch spricht man meist vom heißen Tag. Gemeint ist ein Tag, an dem die Tageshöchsttemperatur mindestens 30,0 Grad erreicht.
Ab dieser Schwelle beginnt die Hitze im meteorologischen Sinn. Das heißt nicht automatisch, dass jeder Mensch diesen Tag gleich belastend empfindet. Es bedeutet aber: Die Lufttemperatur hat eine klar definierte Marke überschritten, die in Wetterstatistik und Klimabetrachtung wichtig ist.
Ein Tag mit 30 Grad ist also nicht einfach nur „warm“, sondern offiziell ein heißer Tag. Ob er sich angenehm sommerlich oder unangenehm drückend anfühlt, hängt zusätzlich von Luftfeuchtigkeit, Wind, Bewölkung, Sonneneinstrahlung und der nächtlichen Abkühlung ab.
Kurz gesagt: Ein Hitzetag oder heißer Tag beginnt ab 30,0 Grad Tageshöchsttemperatur.
Sehr heiße Tage: Wenn die 35-Grad-Marke fällt
Noch eine Stufe darüber liegen Tage mit mindestens 35 Grad. Diese werden häufig als sehr heiße Tage bezeichnet.
Bei solchen Temperaturen wird die Wärmebelastung deutlich größer. Das gilt besonders dann, wenn es mehrere Tage hintereinander heiß bleibt und die Nächte kaum Abkühlung bringen. Der Körper arbeitet dann dauerhaft gegen die Wärme an. Kreislauf, Schlafqualität und Leistungsfähigkeit können spürbar beeinträchtigt werden.
35 Grad sind in Deutschland keine gewöhnliche Sommerwärme mehr. Solche Werte treten besonders häufig in wärmebegünstigten Regionen auf, etwa am Oberrhein, in Teilen Südwestdeutschlands, in Franken, Brandenburg oder der Lausitz. Bei ausgeprägten Hitzelagen können aber auch andere Regionen sehr hohe Temperaturen erreichen.
Kurz gesagt: Ab 35,0 Grad spricht man von sehr heißem Wetter.
40 Grad und mehr: Extreme Hitze in Deutschland
Temperaturen von 40 Grad oder mehr sind in Deutschland extreme Hitze. Solche Werte waren früher sehr selten und bleiben auch heute außergewöhnlich. Trotzdem rücken sie häufiger in den Bereich des Möglichen, weil sich die Grundtemperatur in einem wärmeren Klima erhöht hat.
Wichtig ist dabei die Einordnung: 40 Grad sind nicht einfach „ein heißer Sommertag mehr“. Das ist ein Bereich, in dem die Belastung für Menschen, Tiere, Pflanzen, Böden, Infrastruktur und Energieversorgung deutlich steigt. Auch nachts wird es nach solchen Tagen oft problematisch, wenn Gebäude, Straßen und Städte die gespeicherte Wärme nur langsam wieder abgeben.
Eine einzelne 40-Grad-Marke sagt noch nichts über den gesamten Sommer aus. Aber sie zeigt, welches Temperaturniveau bei passenden Wetterlagen inzwischen auch in Deutschland möglich ist.
Kurz gesagt: Ab etwa 40 Grad sprechen wir von extremer Hitze.
Warum fühlt sich Hitze manchmal heißer an als gemessen?
Viele kennen den Satz: „Bei uns waren es bestimmt mehr als 35 Grad!“ Oft stimmt das im direkten Umfeld sogar – aber nicht im offiziellen meteorologischen Sinn.
Die offizielle Lufttemperatur wird standardisiert gemessen: geschützt vor direkter Sonne, über natürlichem Untergrund und in einer festgelegten Höhe. Dadurch sind Messwerte vergleichbar. Auf einem Balkon, an einer Hauswand, über Asphalt, in der Innenstadt oder in einem Auto können die Temperaturen deutlich höher liegen.
Deshalb entstehen oft Missverständnisse. Das Thermometer in der Sonne zeigt vielleicht 42 Grad, während die offizielle Wetterstation 33 Grad meldet. Beides kann für den jeweiligen Ort stimmen – aber nur die standardisierte Messung ist meteorologisch vergleichbar.
Schwüle macht Hitze besonders unangenehm
Nicht jede Hitze fühlt sich gleich an. Ein entscheidender Faktor ist die Luftfeuchtigkeit. Bei trockener Hitze kann Schweiß besser verdunsten. Dadurch kann der Körper Wärme effektiver abgeben.
Bei schwüler Luft ist die Verdunstung erschwert. Der Schweiß bleibt eher auf der Haut, die körpereigene Kühlung funktioniert schlechter, und die Wärme wirkt drückender. Deshalb kann ein schwüler Tag mit 29 Grad unangenehmer sein als ein trockener Tag mit 32 Grad.
Auch wenig Wind verstärkt diesen Effekt. Wenn die Luft steht, fehlt der Austausch. Dann staut sich die Wärme, besonders in Städten, Innenräumen und schlecht belüfteten Lagen.
Tropennächte: Wenn die Nacht keine Erholung bringt
Für die Belastung ist nicht nur der Tag entscheidend, sondern auch die Nacht. Eine Tropennacht liegt vor, wenn die Temperatur nachts nicht unter 20,0 Grad sinkt.
Solche Nächte sind besonders in Städten problematisch. Mauern, Dächer, Straßen und Innenräume speichern die Wärme des Tages. Wer dann schlecht schlafen kann, startet bereits belastet in den nächsten heißen Tag.
Eine kurze Hitzephase mit kühler Nacht ist meist besser zu verkraften als mehrere heiße Tage mit Tropennächten. Deshalb schaut die Meteorologie bei Hitzelagen nicht nur auf die Tageshöchstwerte, sondern auch auf die Tiefstwerte in der Nacht.
Kurz gesagt: Eine Tropennacht liegt vor, wenn die Temperatur nicht unter 20,0 Grad fällt.