Noch sind wir im Glaskugelbereich, was weiße Weihnachten angeht. Die nächsten Tage wird es erstmal supermild. Atlantische Luftmassen dominieren weite Teile Deutschlands und drücken die Temperaturen deutlich nach oben, teilweise in den zweistelligen Bereich. Von winterlicher Stimmung ist zunächst also wenig zu spüren.
Kurzfristige Entwicklung: Zuerst sehr mild, dann wechselhaft
Bis weit in die zweite Dezemberwoche hinein setzt sich eine kräftige Westströmung durch. Diese bringt viel Feuchtigkeit, dichte Wolkenfelder und immer wieder Regen. Die Mittelgebirge geraten stellenweise in erhöhten Winddruck, während die Schneefallgrenze zeitweise über 1500 Meter steigt.
Kältere Phasen bleiben vorerst Randerscheinungen – kurze Abschwünge nach einem Tiefdurchgang sind möglich, erreichen aber kaum die Tieflagen.
Mittelfrist-Trend: Modelle zeigen mehr Unsicherheit ab Mitte des Monats
Ab etwa dem 12.–15. Dezember steigt die Modellstreuung deutlich an. Einige Ensemble-Mitglieder deuten eine Umstellung auf etwas kühlere Luftmassen aus Nordwest oder Norden an. Andere berechnen ein weiteres Überwiegen milder Atlantikluft.
Auffällig ist:
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Die Bandbreite der Temperaturentwicklung nimmt zu.
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Es gibt erste Hinweise, dass einzelne Tiefdruckentwicklungen die Luft zeitweise abkühlen könnten.
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Eine dauerhafte Winterlage ist aber weiterhin nicht erkennbar.
Das heißt: Kältere Phasen sind möglich, aber alles andere als sicher.
Langfristtrend Richtung Weihnachten: Nasskalt wahrscheinlich, Schnee lokal möglich
Die aktuellen NOAA- und ECMWF-Signale tendieren für den Zeitraum rund um den 24.–26. Dezember eher zu einer nasskalten West- bis Nordwestlage. Ein solches Muster sorgt typischerweise für häufigen Niederschlag, aber nur begrenzte Schneechancen im Tiefland.
Regionale Einschätzung nach heutigem Stand:
Tiefland (Norddeutschland, Westen, große Städte)
Eher geringe Chance auf eine durchgehende Schneedecke.
Möglich sind:
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Nasser Schnee oder Schneeregen,
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kurzzeitiges Anzuckern – aber tendenziell kein „weißes Weihnachtsbild“.
Süddeutschland (Tiefland)
Etwas bessere Chancen, wenn ein Kaltlufteinbruch exakt richtig timt.
Aktuell aber auch hier: überwiegend mild, Tendenz zu wechselhaft-nasskaltem Wetter.
Mittelgebirge
Hier steigen die Chancen deutlich.
Je nach Schneefallgrenze könnten sich rund um Weihnachten durchaus weiße Flecken und winterliche Bedingungen einstellen.
Alpenraum
Sehr gute Karten für weiße Weihnachten - unabhängig der Großwetterlage, da Niederschlag reichlich fällt und die Schneefallgrenze häufiger unter die Tallagen sinkt.