Deutschland steht in den kommenden Tagen weiterhin unter dem Einfluss des Atlantiks. Wer auf einen frühen Wintereinbruch gehofft hat, braucht etwas Geduld, denn die großräumige Strömung bleibt fest in westlicher Hand. Immer wieder erreichen uns Tiefausläufer, die Wolken und zeitweiligen Regen bringen, während sich mildere Luftmassen aus Südwesten gegen kühlere Zwischenphasen durchsetzen. Der Dezember zeigt sich damit von seiner typischen, wechselhaften Seite, aber ohne nachhaltige Kälte.
Temperaturen: eine milde Grundströmung setzt sich durch
Die aktuellen Ensembleprognosen zeigen ein sehr einheitliches Bild. Die Luftmassen, die in den nächsten Tagen nach Deutschland gelangen, sind für die Jahreszeit weiterhin zu mild. Zwar gibt es um den 10. und 11. Dezember ein kurzes Absinken der Temperaturen, das in höheren Lagen vorübergehend etwas Schnee zulassen kann. Doch diese Phase dauert nach jetzigem Stand nicht lange. Kurz danach schwenkt die Strömung wieder auf Südwest, und mildere Luft setzt sich erneut durch.
Auffällig ist, dass die meisten Modellläufe sogar noch eine etwas mildere Tendenz andeuten. Winterliche Temperaturen bleiben damit die Ausnahme und eher ein kurzes Intermezzo als ein Trend.
Niederschlag: immer wieder feuchte Passagen
Auch beim Niederschlag bleibt Deutschland im typischen Westwetter gefangen. Wir müssen in den kommenden Tagen fast täglich mit Regen oder einzelnen Schauern rechnen. Die Mengen sind meist überschaubar, treten aber regelmäßig auf. Das Wetter wirkt dadurch häufig trüb, nass und spät-herbstlich.
Nur im Bergland kann es während der kurzen Abkühlung vorübergehend Schnee geben. Im Flachland reicht die Temperatur dafür nicht aus, denn selbst während des kühleren Zeitfensters bleiben die Werte in der Höhe nur knapp unter dem Nullpunkt.
Großwetterlage: der Atlantik behält die Oberhand
Die übergeordnete Lage ist eindeutig. Der Atlantik liefert weiterhin eine Serie von Tiefdruckgebieten, die über Großbritannien und die Nordsee Richtung Skandinavien ziehen. Deutschland liegt dabei auf der milden Südwestseite dieser Tiefs. Solange dieses Muster anhält, kann sich kältere Luft aus Nordost oder Skandinavien nicht durchsetzen.
Ein stabiles Hoch über Nordeuropa oder Osteuropa, das winterliche Luft nach Mitteleuropa lenken würde, ist in den Modellen nicht zu erkennen. Auch mögliche Blockaden, die die Strömung umleiten könnten, fehlen. Damit bleibt die Tür für echte Winterluft vorerst geschlossen.