Der Montag bringt Deutschland verbreitet hochsommerliches Wetter, allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden. Während sich im Süden und in weiten Teilen der Mitte sehr warme bis heiße und überwiegend trockene Luft hält, steigt im Norden und Nordwesten die Bereitschaft für einzelne Schauer und Gewitter. Eine geschlossene Regenzone ist dabei nicht zu erwarten – die Niederschläge treten voraussichtlich sehr ungleichmäßig auf.
Schwache Luftdruckgegensätze bestimmen das Wetter
Über Norddeutschland bleiben Reste eines Höhentiefs zurück. Zusammen mit einem Trog über Westeuropa entsteht eine lang gestreckte Zone tieferen Geopotenzials, die sich von Norddeutschland über die Beneluxstaaten bis in Richtung Biskaya erstreckt.
Deutschland liegt dabei in einem Bereich mit nur geringen Luftdruck- und Geopotenzialunterschieden. Kräftige, großräumige Hebungsimpulse fehlen. Stattdessen entscheiden kleinräumige Unterschiede bei Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Stabilität darüber, ob sich einzelne Schauer oder Gewitter entwickeln können.
Von Frankreich nähert sich in höheren Luftschichten zwar eine südwestliche Strömung. Nach aktuellem Stand erreicht die damit verbundene feuchtere Luft die unteren Schichten über Deutschland jedoch zunächst nur eingeschränkt. Deshalb bleibt es in vielen Regionen trotz zunehmender hoher Wolken trocken.
Im Osten beginnt der Tag teilweise mit Hochnebel
Besonders im Osten kann der Montag zunächst recht grau starten. Dort ist am Morgen gebietsweise eine hochnebelartige Wolkendecke möglich. Diese hängt mit einer flachen, bodennah etwas feuchteren Luftschicht zusammen.
Im Laufe des Vormittags und bis zum frühen Nachmittag lockert die Bewölkung voraussichtlich zunehmend auf. Anschließend setzt sich auch im Osten häufiger die Sonne durch. Ob sich im äußersten Nordosten bereits am Vormittag ein einzelner Schauer oder ein kurzes Gewitter entwickelt, hängt davon ab, wie weit etwas kühlere und stabilere Luft von der Ostsee ins Landesinnere vordringen kann.
Süden und Südwesten starten sonnig
Im Süden und Südwesten beginnt der Montag vielerorts sonnig oder nur gering bewölkt. Dort erwärmt sich die Luft am schnellsten. Später ziehen aus Richtung Frankreich ausgedehntere hohe Wolkenfelder heran. Diese können den Sonnenschein zeitweise milchig erscheinen lassen, bringen nach derzeitigem Stand aber kaum Niederschlag.
Auch in den übrigen Teilen der Mitte wechseln sich Sonne und lockere Wolken ab. Die trockensten Bedingungen werden voraussichtlich vom Südwesten über Bayern bis in die östlichen Mittelgebirge erwartet.
Sehr warme Luft über dem Süden
Die Temperaturverteilung in etwa 1.500 Metern Höhe zeigt erneut ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Über Norddeutschland liegen die Werte meist zwischen ungefähr 11 und 15 Grad, während über dem Süden und Südwesten häufig 18 bis 22 Grad erreicht werden. Unmittelbar westlich und südwestlich Deutschlands befindet sich noch heißere Luft.
Am Boden ergeben sich daraus verbreitet sommerliche bis hochsommerliche Höchstwerte:
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an den Küsten teilweise nur 22 bis 25 Grad
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im Nordosten und Osten etwa 25 bis 30 Grad
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in der Mitte häufig 30 bis 34 Grad
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im Westen, Südwesten und örtlich im Süden 33 bis 36 Grad
Die höchsten Werte werden voraussichtlich entlang des Oberrheins und in angrenzenden Regionen erreicht. Eine deutschlandweit einheitliche Hitzelage liegt jedoch nicht vor. Vor allem Richtung Ostsee bleibt die Luft deutlich gemäßigter.
Einzelne Gewitter im Norden und Nordwesten
Das größte Schauer- und Gewitterpotenzial befindet sich am Montag zwischen der nördlichen Mitte, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und dem Nordwesten. Dort ist die Luft feuchter und labiler geschichtet als in den übrigen Landesteilen.
Die Wettermodelle zeigen allerdings kein einheitliches Bild. Der aktuelle ICON-D2-Lauf simuliert nur wenige, räumlich eng begrenzte Niederschlagszellen. Das GFS-Modell deutet dagegen etwas häufiger Schauer oder Gewitter im Bereich von Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein an.
Damit spricht vieles gegen flächendeckenden Regen. Dennoch können sich einige kräftige Einzelentwicklungen bilden. Besonders zu beachten ist ihre möglicherweise langsame Zuggeschwindigkeit. In verschiedenen Höhen weht der Wind aus unterschiedlichen Richtungen, wodurch sich Gewitterzellen zeitweise kaum verlagern können.
Wo ein Gewitter längere Zeit über demselben Gebiet bleibt, besteht daher ein erhöhtes Risiko für lokalen Starkregen. Innerhalb kurzer Zeit können punktuell größere Regenmengen fallen, während wenige Kilometer entfernt kaum oder gar kein Niederschlag auftritt.
Große Unterschiede bei den Regenmengen
Die berechneten 24-stündigen Niederschlagsmengen konzentrieren sich vor allem auf Norddeutschland. Regional werden dort Mengen zwischen 5 und 15 Litern pro Quadratmeter angedeutet. Kleinräumig sind in kräftigeren Gewittern auch deutlich höhere Summen möglich.
Diese Werte sollten jedoch nicht als flächige Regenprognose verstanden werden. Bei konvektiven Niederschlägen können Lage und Intensität bis kurz vor der Entwicklung stark schwanken. Für den Süden, Südosten und große Teile der Mitte zeigen die Modelle dagegen überwiegend trockene Bedingungen.
Damit setzt sich die Trockenheit in vielen Regionen fort. Einzelne Gewitter können daran nur örtlich und vorübergehend etwas ändern.