Die bundesweite Mitteltemperatur erreichte 19,5 Grad und lag damit 1,2 Grad über dem Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020.
In der Temperaturreihe seit 1881 war es der siebtwärmste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen. Gleichzeitig fiel im Deutschlandmittel nur etwa die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge. Mit 43,7 Millimetern belegte der Monat Rang zwölf der trockensten Juli-Monate seit 1881.
Die Sonne zeigte sich dagegen deutlich häufiger als im langjährigen Durchschnitt. Mit 274,9 Sonnenstunden wurden 122 Prozent des Klimamittels erreicht. Seit Beginn der bundesweiten Sonnenscheinreihe im Jahr 1951 gab es nur acht Juli-Monate mit einer noch höheren Sonnenscheindauer.
Die regionalen Karten zeigen allerdings erhebliche Unterschiede. Während die Temperaturen im Norden und Nordosten teilweise nur wenig vom Klimamittel abwichen, war der Juli im Westen, Südwesten und Süden deutlich zu warm. Beim Niederschlag dominierten großflächige Defizite, örtlich sorgten Schauer und Gewitter jedoch für überdurchschnittliche Regenmengen.
Juli 2026 erreicht 19,5 Grad im Deutschlandmittel
Die bundesweite Mitteltemperatur betrug im Juli 2026 19,5 Grad. Das Klimamittel der Referenzperiode 1991 bis 2020 liegt für den Juli bei 18,3 Grad. Daraus ergibt sich eine positive Abweichung von 1,2 Grad.
Der Monat wird damit klimatologisch als warm eingeordnet. Innerhalb der seit 1881 geführten Temperaturreihe erreichte der Juli 2026 den siebten Platz der wärmsten Juli-Monate.
Bemerkenswert ist auch der Vergleich mit dem Juni 2026. Der Juni kam auf eine Mitteltemperatur von 19,4 Grad und war damit nahezu genauso warm wie der Juli. Seine Abweichung vom jeweiligen Klimamittel fiel mit plus 3,0 Grad jedoch deutlich größer aus.
Der Grund dafür liegt im jahreszeitlichen Temperaturverlauf: Da ein Juli normalerweise wärmer ist als ein Juni, bedeutet ein ähnlicher absoluter Temperaturwert im Juni eine wesentlich stärkere Abweichung vom Klimamittel.
Deutliches Nord-Süd-Gefälle bei der Temperatur
Das bundesweite Temperaturmittel verdeckt große regionale Unterschiede. Die Karte der Temperaturabweichungen zeigt ein ausgeprägtes Gefälle zwischen Nord- und Süddeutschland.
In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, im nördlichen Niedersachsen und in Teilen Brandenburgs lagen die Monatsmittel vielfach nur geringfügig über oder nahe am Klimamittel von 1991 bis 2020. Dort bewegten sich die Abweichungen überwiegend zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Grad.
Auch in Teilen des norddeutschen Binnenlandes und im Osten Deutschlands fiel die positive Abweichung deutlich geringer aus als im Bundesdurchschnitt. Kleinräumig zeigen sich sogar Gebiete mit leicht unterdurchschnittlichen Temperaturen.
Nach Westen, Südwesten und Süden nahm die Abweichung dagegen deutlich zu. In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, dem Saarland, Baden-Württemberg und Bayern lag der Juli verbreitet 1 bis 2 Grad über dem Klimamittel.
Besonders große Abweichungen traten im Südwesten und in Teilen Süddeutschlands auf. Regional war der Juli dort 2 bis 4 Grad wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.
Das deutschlandweite Plus von 1,2 Grad wurde somit vor allem durch die sehr warmen Verhältnisse in der südlichen Hälfte geprägt. Der Norden und Nordosten erlebten dagegen einen wesentlich weniger auffälligen Juli.
Nur die Hälfte des üblichen Niederschlags
Beim Niederschlag fiel die Monatsbilanz deutlich negativer aus. Im Deutschlandmittel kamen im Juli lediglich 43,7 Millimeter zusammen. Das entsprach nur 50 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge.
Damit gehörte der Juli 2026 zu den trockensten Juli-Monaten seit Beginn der bundesweiten Messreihe. In der Rangfolge seit 1881 erreichte er den zwölften Platz der trockensten Juli-Monate.
Die klimatologische Einordnung lautet entsprechend sehr trocken.
Ein Deutschlandmittel von 50 Prozent bedeutet allerdings nicht, dass jede Region genau die Hälfte ihres normalen Juliregens erhielt. Gerade im Sommer sind die Niederschläge häufig sehr ungleich verteilt. Schauer und Gewitter können auf kleiner Fläche große Mengen bringen, während es wenige Kilometer entfernt nahezu trocken bleibt.
Besonders große Niederschlagsdefizite im Westen und Südwesten
Die Niederschlagskarte zeigt großflächige Defizite in weiten Teilen Deutschlands. Besonders betroffen waren der Westen, Südwesten und Teile der Mitte.
In zahlreichen Gebieten von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Hessen und Baden-Württemberg wurden nur 25 bis 50 Prozent des üblichen Juliniederschlags erreicht.
Regional fiel die Bilanz noch trockener aus. Vor allem im Westen und Südwesten kamen örtlich weniger als 25 Prozent des Klimamittels zusammen. Damit fehlten dort mehr als drei Viertel der normalerweise im Juli erwarteten Niederschlagsmenge.
Auch in Bayern sowie in Teilen Nord- und Ostdeutschlands lagen die Monatssummen häufig unter dem Durchschnitt. Vielfach wurden dort zwischen 50 und 75 Prozent, örtlich zwischen 25 und 50 Prozent des Klimamittels erreicht.
Die Trockenheit war damit zwar nicht überall gleich stark ausgeprägt, erstreckte sich jedoch über große Teile Deutschlands.
Lokal mehr als das Doppelte der üblichen Regenmenge
Trotz der insgesamt sehr trockenen Bilanz gab es einzelne Regionen mit durchschnittlichen oder sogar deutlich überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen.
Auf der Karte sind vor allem in Teilen Nord- und Mitteldeutschlands schmale und kleinräumige Gebiete erkennbar, in denen mehr als 100 Prozent des Klimamittels erreicht wurden.
Regional lagen die Mengen zwischen 125 und 150 Prozent, örtlich zwischen 150 und 200 Prozent. In sehr kleinen Gebieten fiel sogar mehr als das Doppelte der durchschnittlichen Julimenge.
Solche großen Unterschiede sind typisch für sommerliche Schauer- und Gewitterlagen. Ein kräftiges Gewitter kann innerhalb kurzer Zeit erhebliche Regenmengen bringen. Gleichzeitig bleiben benachbarte Regionen häufig nahezu trocken.
Ein lokal nasser Juli widerspricht deshalb nicht der insgesamt sehr trockenen Monatsbilanz für Deutschland.
Gewitterregen brachte nur örtlich eine Entlastung
Wo kräftige Schauer und Gewitter auftraten, konnte der Niederschlag die Trockenheit zumindest vorübergehend lindern. Eine nachhaltige Verbesserung der Bodenfeuchte ist bei kurzen und intensiven Regenfällen jedoch nicht immer gewährleistet.
Fällt innerhalb kurzer Zeit sehr viel Regen, kann ein erheblicher Anteil oberflächlich abfließen. Besonders trockene oder verhärtete Böden können das Wasser teilweise nicht schnell genug aufnehmen.
Für eine flächigere und länger anhaltende Erholung wären gleichmäßige Niederschläge über mehrere Stunden oder Tage günstiger gewesen. Diese traten im Juli 2026 in vielen Regionen nicht ausreichend auf.
Das deutschlandweite Niederschlagsdefizit zeigt deshalb deutlicher als einzelne Gewitterereignisse, wie trocken der Monat insgesamt verlief.
Fast 275 Sonnenstunden in Deutschland
Passend zur geringen Niederschlagsmenge schien die Sonne im Juli deutlich häufiger als im Klimamittel. Im deutschlandweiten Flächenmittel wurden 274,9 Sonnenstunden erreicht.
Das entsprach 122 Prozent des Durchschnitts der Referenzperiode 1991 bis 2020. Die übliche Sonnenscheindauer wurde damit um rund 22 Prozent übertroffen.
In der bundesweiten Sonnenscheinreihe seit 1951 belegte der Juli 2026 den neunten Platz der sonnigsten Juli-Monate.
Die Kombination aus hohen Temperaturen, viel Sonnenschein und geringen Niederschlagsmengen erhöhte in vielen Gebieten die Verdunstung. Böden und Vegetation verloren dadurch zusätzliche Feuchtigkeit.
Die ersten sieben Monate 2026 waren sehr trocken
Nicht nur der Juli, sondern auch die bisherige Jahresbilanz fällt beim Niederschlag deutlich unterdurchschnittlich aus.
Von Januar bis einschließlich Juli 2026 kamen im Deutschlandmittel 355,0 Millimeter Niederschlag zusammen. Das entsprach lediglich 79 Prozent des üblichen Wertes.
Die ersten sieben Monate des Jahres werden damit insgesamt als sehr trocken eingeordnet.
Besonders trocken verliefen neben dem Juli auch der März und April. Im März wurden nur 63 Prozent, im April lediglich 59 Prozent der normalen Niederschlagsmenge erreicht. Auch der Januar blieb mit 69 Prozent deutlich zu trocken.
Lediglich der Februar fiel mit 135 Prozent des Klimamittels klar zu nass aus. Der Mai verlief mit 96 Prozent nahezu durchschnittlich, während der Juni 87 Prozent des üblichen Niederschlags brachte.
Von Januar bis Juli insgesamt warm
Die Mitteltemperatur der ersten sieben Monate des Jahres lag bei 10,1 Grad. Damit war der Zeitraum von Januar bis Juli 0,9 Grad wärmer als im Klimamittel 1991 bis 2020.
Die bisherige Temperaturbilanz wird insgesamt als warm eingestuft.
Der Jahresbeginn verlief allerdings zunächst kühl. Der Januar lag mit einer Mitteltemperatur von minus 0,8 Grad um 1,7 Grad unter dem Klimamittel.
Danach folgten überwiegend überdurchschnittliche Monate. Der März lag 1,7 Grad über dem Durchschnitt, der Mai 0,9 Grad und der Juni sogar 3,0 Grad.
Der Juli setzte die warme Entwicklung fort, obwohl seine Abweichung mit plus 1,2 Grad geringer ausfiel als im Juni.
Seit Jahresbeginn ungewöhnlich viel Sonnenschein
Auch die Sonnenscheinbilanz der ersten sieben Monate fällt deutlich überdurchschnittlich aus. Von Januar bis Juli wurden im Deutschlandmittel insgesamt 1.339,7 Sonnenstunden erreicht.
Das waren 123 Prozent des Klimamittels. Die ersten sieben Monate werden damit als sehr sonnig klassifiziert.
Besonders auffällig waren der März und April. Der März erreichte 149 Prozent, der April 134 Prozent der durchschnittlichen Sonnenscheindauer.
Auch der Mai, Juni und Juli lagen jeweils deutlich über dem langjährigen Mittel. Lediglich der Februar verlief mit 74 Prozent der üblichen Sonnenscheindauer vergleichsweise trüb.
Wie sind die historischen Rangplätze zu verstehen?
Der siebte Rang bei der Temperatur bedeutet, dass seit Beginn der Messreihe im Jahr 1881 lediglich sechs Juli-Monate ein höheres deutschlandweites Temperaturmittel erreichten.
Beim Niederschlag bedeutet Rang zwölf der trockensten Juli-Monate, dass seit 1881 nur elf Juli-Monate noch geringere Niederschlagssummen aufwiesen.
Die Sonnenscheindauer ist erst seit 1951 deutschlandweit verfügbar. Der neunte Rang der sonnigsten Juli-Monate bezieht sich daher auf einen kürzeren Zeitraum als die Rangplätze für Temperatur und Niederschlag.
Die Rangfolge beschreibt die Position eines Monats innerhalb der historischen Messreihe. Sie zeigt, wie außergewöhnlich ein Wert im Vergleich zu früheren Jahren war.
Flächenmittel statt einfacher Stationsdurchschnitt
Bei den angegebenen Deutschlandwerten handelt es sich um amtliche Gebietsmittel des Deutschen Wetterdienstes.
Die Messwerte der Wetterstationen werden dabei auf ein Flächenraster übertragen. Anschließend wird daraus ein Mittelwert für die gesamte Fläche Deutschlands berechnet.
Es handelt sich somit nicht um einen einfachen Durchschnitt aller Wetterstationen. Ein solcher Stationsdurchschnitt würde Regionen mit besonders vielen Messstationen stärker gewichten als Gebiete mit einem dünneren Messnetz.
Die Verwendung von Flächenmitteln ermöglicht deshalb einen aussagekräftigeren Vergleich zwischen einzelnen Monaten, Jahren und Regionen.
Einordnung anhand des Klimamittels 1991 bis 2020
Für die vorliegende Klimabilanz wird die 30-jährige Referenzperiode 1991 bis 2020 verwendet.
Die Abweichungen zeigen, wie stark sich Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer von den durchschnittlichen Werten dieser Periode unterschieden.
Bezeichnungen wie „warm“, „sehr trocken“ oder „sonnig“ beruhen auf der statistischen Verteilung der jeweiligen Monatswerte innerhalb der Referenzperiode.
Berücksichtigt werden ausschließlich abgeschlossene Monate. Unvollständige Monatswerte werden nicht mit vollständigen Klimamitteln verglichen.