In einem offenen Brief an den Nordischen Ministerrat warnen führende Klimaforscher vor dem hohen Risiko eines Zusammenbruchs der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC), eines wichtigen Teils der ozeanischen Strömungssysteme im Atlantik. Diese Zirkulation spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Klimas, insbesondere für die nordischen Länder und die Arktis. Der Brief hebt hervor, dass neueste wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Risiko eines solchen Zusammenbruchs bisher stark unterschätzt wurde und dass die Auswirkungen eines solchen Ereignisses verheerend und unumkehrbar wären.
Besonders betroffen wäre die Arktis, die als Schlüsselregion für globale Klimaregulierung gilt. In dieser Region sind viele miteinander verbundene Systeme, wie der grönländische Eisschild, die Barentssee, die borealen Permafrostböden und die AMOC, besonders anfällig für Kipppunkte. Die Wissenschaftler betonen, dass diese Kipppunkte bereits bei einer globalen Erwärmung innerhalb des 1,5-2°C-Bereichs, wie im Pariser Abkommen festgelegt, erreicht werden könnten. Da die Welt jedoch auf eine Erwärmung von über 2,5°C zusteuert, erhöht sich das Risiko für ein Überschreiten dieser kritischen Schwellenwerte erheblich.