Wie warm wird es am Wochenende, wo fällt Regen und wann erreicht eine Kaltfront Deutschland? Antworten auf solche Fragen stammen heute zu einem großen Teil aus numerischen Wettermodellen. Doch nicht jedes Modell berechnet dieselbe Entwicklung. ICON D2 kann kleinräumige Wetterstrukturen über Deutschland sehr detailliert darstellen, ICON EU deckt weite Teile Europas ab, während ECMWF IFS und GFS die Atmosphäre global berechnen. Wer Wetterkarten sinnvoll nutzen möchte, sollte deshalb wissen, wofür die einzelnen Modelle gedacht sind und wo ihre Grenzen liegen.
Auf Wetterkarten sieht es zunächst einfach aus: Ein Modell zeigt 27 Grad, ein anderes 30 Grad. Auf einer Niederschlagskarte liegt das Regengebiet einmal über Baden Württemberg und beim nächsten Modell einige hundert Kilometer weiter östlich. Schnell entsteht der Eindruck, eines der Modelle müsse richtig und das andere falsch sein.
So funktioniert numerische Wettervorhersage jedoch nicht. Jedes Modell beginnt mit einer möglichst genauen Beschreibung des aktuellen Zustands der Atmosphäre und berechnet daraus ihre weitere Entwicklung. Unterschiede bei Auflösung, Datenassimilation, Modellphysik und Berechnungsgebiet führen dazu, dass sich die Prognosen voneinander unterscheiden können.
Gerade dieser Vergleich ist für die Wettervorhersage interessant.
Ein Wettermodell ist keine fertige Wettervorhersage
Numerische Wettermodelle berechnen eine große Zahl atmosphärischer Größen. Dazu gehören unter anderem Luftdruck, Temperatur, Wind, Feuchtigkeit, Niederschlag und Wolken in unterschiedlichen Höhen der Atmosphäre.
Die Ergebnisse werden auf einem räumlichen Gitter berechnet. Je kleiner die Abstände zwischen den Gitterpunkten sind, desto detaillierter können Landschaft, Gebirge und kleinräumige Wetterstrukturen dargestellt werden.
Eine hohe Auflösung hat deshalb Vorteile, bedeutet aber nicht automatisch eine bessere Prognose für jeden Ort. Ein sehr fein aufgelöstes Modell kann eine Gewitterzelle detailliert simulieren und sie trotzdem 30 Kilometer vom tatsächlichen Entstehungsort entfernt berechnen.
Entscheidend ist daher immer, wofür ein Modell eingesetzt wird.
ICON D2: Der detaillierte Blick auf Deutschland
Für kurzfristige und kleinräumige Wetterentwicklungen gehört ICON D2 zu den wichtigsten Wettermodellen für Deutschland. Es wird vom Deutschen Wetterdienst betrieben und deckt neben Deutschland auch die angrenzenden Regionen der Nachbarländer ab.
Mit einer horizontalen Gitterweite von ungefähr zwei Kilometern kann ICON D2 Geländeformen deutlich detaillierter darstellen als globale Wettermodelle. Mittelgebirge, Alpenrand und regionale Strukturen erscheinen dadurch wesentlich differenzierter in der Modellrechnung.
Besonders interessant ist ICON D2 bei Wetterlagen, bei denen kleinräumige Unterschiede wichtig werden. Dazu gehören Schauer und Gewitter, Starkregen, Schneefall, lokale Windsysteme oder Temperaturunterschiede zwischen Tälern und höheren Lagen.
Das Modell wird mehrmals täglich neu gerechnet und reicht in seiner klassischen Variante rund zwei Tage in die Zukunft.
Seit 2025 ergänzt der Deutsche Wetterdienst ICON D2 außerdem durch einen Rapid Update Cycle. Diese sehr kurzfristigen Modellberechnungen werden besonders häufig aktualisiert und sollen schnell auf neue Beobachtungen reagieren. Gerade bei Gewitterlagen spielt dieser Ansatz eine wichtige Rolle.
Wo ICON D2 seine Stärken hat
Seine Stärke liegt vor allem im Kurzfristbereich. Wenn sich für den nächsten Tag Schauerstraßen, kräftige Gewitter oder markante Niederschlagsgebiete entwickeln könnten, liefert die hohe Auflösung wertvolle Hinweise auf mögliche regionale Schwerpunkte.
Auch die Orographie wird vergleichsweise detailliert dargestellt. Das ist beispielsweise für Schwarzwald, Schwäbische Alb, Alpen oder andere Mittelgebirge wichtig, weil Höhenlage und Gelände dort einen starken Einfluss auf Temperatur, Wind und Niederschlag besitzen.
Trotzdem sollte eine einzelne ICON D2 Karte nicht als punktgenaue Vorhersage verstanden werden. Besonders bei Gewittern zeigt das Modell eher, in welchen Regionen die Atmosphäre günstige Bedingungen für konvektive Entwicklungen bietet.
Ob ein bestimmter Ort tatsächlich getroffen wird, entscheidet sich häufig erst wenige Stunden vorher.
ICON EU: Europa zwischen Detail und Reichweite
ICON EU stammt ebenfalls vom Deutschen Wetterdienst. Das Modell besitzt eine gröbere Auflösung als ICON D2, deckt dafür aber einen wesentlich größeren Bereich ab.
Mit einer Gitterweite von etwa 6,5 Kilometern reicht das Modell über Europa hinaus bis auf angrenzende Teile des Nordatlantiks, Nordafrikas und des Nahen Ostens. Damit eignet es sich besonders gut, um Wetterentwicklungen zu verfolgen, die Deutschland erst einige Tage später erreichen.
Ein Tief über dem Atlantik, eine Kaltfront über Frankreich oder heiße Luft über Spanien lässt sich damit bereits verfolgen, bevor diese Wettererscheinungen Deutschland unmittelbar beeinflussen.
ICON EU schlägt deshalb gewissermaßen die Brücke zwischen dem sehr detaillierten ICON D2 und dem globalen ICON Modell.
Wann ICON EU besonders interessant ist
Für Deutschland ist ICON EU vor allem bei Vorhersagen über mehrere Tage hilfreich. Es zeigt großräumige Luftmassengrenzen, Tiefdruckentwicklungen, Fronten und Temperaturverteilungen über Europa.
Auch Niederschlagsgebiete lassen sich über größere Entfernungen verfolgen. Dabei sollte allerdings bedacht werden, dass eine Gitterweite von mehreren Kilometern kleinräumige Gewitter oder örtlichen Starkregen nicht exakt abbilden kann.
Für die Frage, ob am kommenden Wochenende feuchtwarme Luft nach Deutschland gelangt oder eine Kaltfront von Westen aufzieht, ist ICON EU sehr gut geeignet. Für die Frage, ob um 17 Uhr über einem bestimmten Ort ein Gewitter entsteht, stößt es dagegen an natürliche Grenzen.
ECMWF IFS: Der Blick auf die großräumige Wetterentwicklung
Das Integrated Forecasting System, kurz IFS, wird vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage betrieben. Das ECMWF mit Sitz in Bonn und Reading gehört international zu den bedeutendsten Zentren für numerische Wettervorhersage.
Das IFS ist ein globales Modell. Es berechnet also nicht nur Europa, sondern die gesamte Erdatmosphäre. Gerade für die mittelfristige Wetterentwicklung besitzt es deshalb große Bedeutung.
Die horizontale Auflösung des aktuellen Medium Range Control Forecast liegt bei ungefähr neun Kilometern. Gleichzeitig arbeitet das ECMWF mit einem umfangreichen Ensemble System, bei dem zahlreiche leicht unterschiedliche Berechnungen durchgeführt werden.
Dadurch lässt sich nicht nur eine mögliche Wetterentwicklung betrachten, sondern auch abschätzen, wie stabil diese Entwicklung innerhalb der Modellwelt ist.
Warum ECMWF bei mittelfristigen Prognosen wichtig ist
Großräumige Wetterlagen entstehen nicht über Deutschland allein. Ein Tiefdruckgebiet, das in fünf Tagen Mitteleuropa erreicht, kann sich heute noch über dem Atlantik befinden. Seine Entwicklung wird von Vorgängen beeinflusst, die Tausende Kilometer entfernt stattfinden.
Ein globales Modell kann solche Zusammenhänge vollständig erfassen.
Deshalb ist das ECMWF IFS besonders interessant, wenn es um die Wetterentwicklung der kommenden Tage geht: Bleibt ein Hoch über Mitteleuropa liegen? Gelangt sehr warme Luft aus Südwesteuropa nach Deutschland? Entwickelt sich über dem Atlantik ein kräftiges Tief? Oder setzt sich eine kühlere Nordwestströmung durch?
Für solche Fragen ist die großräumige Druck und Strömungsverteilung oft wichtiger als die punktgenaue Temperatur eines einzelnen Ortes.
GFS: Das amerikanische Globalmodell
Das Global Forecast System, kurz GFS, wird vom amerikanischen Wetterdienst NOAA beziehungsweise dessen National Centers for Environmental Prediction betrieben.
Wie das IFS berechnet GFS die gesamte Atmosphäre rund um den Globus. Seine Modellläufe reichen weit in die Zukunft und werden viermal täglich gestartet.
GFS ist deshalb auf vielen frei verfügbaren Wetterkarten stark vertreten. Wer Wettermodelle im Internet verfolgt, begegnet ihm fast zwangsläufig.
Für Deutschland ist das Modell besonders interessant, um großräumige Wettertrends und mögliche Alternativentwicklungen mit anderen globalen Modellen zu vergleichen.
Warum GFS und ECMWF häufig unterschiedlich aussehen
Besonders ab dem mittleren Vorhersagezeitraum können GFS und ECMWF deutlich voneinander abweichen.
Das ist kein ungewöhnlicher Vorgang. Beide Modelle starten mit einer eigenen Analyse des Zustands der Atmosphäre und verwenden unterschiedliche numerische Verfahren und Modellphysik. Kleine Unterschiede können sich nach einigen Tagen immer stärker auswirken.
So kann GFS beispielsweise für den achten Prognosetag ein kräftiges Hoch über Mitteleuropa berechnen, während das ECMWF Modell eine Tiefdruckrinne über Deutschland zeigt.
In einer solchen Situation wäre es wenig sinnvoll, einfach eines der beiden Modelle auszuwählen und dessen Lösung als Vorhersage zu übernehmen. Viel interessanter ist die Frage, wie die Ensemble Berechnungen aussehen und ob sich die Modelllösungen in den folgenden Läufen annähern.
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
| Wettermodell | Gebiet | Ungefähre Auflösung | Typischer Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| ICON D2 | Deutschland und Nachbarregionen | rund 2 km | Kurzfrist, Gewitter, Starkregen, regionale Details |
| ICON EU | Europa und angrenzende Gebiete | rund 6,5 km | Europaentwicklung, Fronten, Temperatur und Niederschlag |
| ECMWF IFS | global | rund 9 km | Mittelfrist, großräumige Wetterlage, Ensemble |
| GFS | global | rund 13 km im Kernbereich | Großwetterlage, mittlere und längere Prognosezeiträume |
Die Rasterweite allein sagt jedoch nur einen Teil über die Qualität eines Modells aus. Datenassimilation, Modellphysik, vertikale Auflösung und die Behandlung von Wolken, Boden, Meeren und Strahlung sind ebenfalls entscheidend.
Warum die höchste Auflösung nicht automatisch gewinnt
Auf den ersten Blick scheint die Sache eindeutig: Zwei Kilometer Rasterweite müssten genauer sein als neun oder dreizehn Kilometer.
Für bestimmte Fragestellungen stimmt das durchaus. Ein hoch aufgelöstes Modell kann Gebirge oder kleinräumige Niederschlagsstrukturen wesentlich detaillierter darstellen. Bei der großräumigen Entwicklung eines Atlantiktiefs bringt diese hohe Auflösung aber nicht zwangsläufig einen entscheidenden Vorteil.
Ein Regionalmodell ist zudem von den Informationen abhängig, die es an seinen seitlichen Modellrändern erhält. Verschiebt sich die großräumige Wetterlage bereits in der antreibenden Modellrechnung, kann auch das fein aufgelöste Regionalmodell diese Abweichung nicht einfach korrigieren.
Die Frage sollte deshalb nicht lauten: Welches Wettermodell ist das beste?
Sinnvoller ist: Welches Modell passt zu der Wetterfrage, die beantwortet werden soll?
Gewitter sind ein gutes Beispiel für die Grenzen der Modelle
Kaum eine Wetterlage zeigt die Unterschiede deutlicher als eine sommerliche Gewittersituation.
Vier Tage vorher kann ein globales Modell bereits erkennen, dass sehr warme und feuchte Luft nach Deutschland gelangt und die Atmosphäre instabil wird. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich vielleicht sagen, dass das Gewitterrisiko am Freitag erhöht ist.
Ein oder zwei Tage vorher zeigen hoch aufgelöste Modelle wie ICON D2 mögliche regionale Schwerpunkte. Ein Modell berechnet die kräftigsten Gewitter vielleicht über Rheinland Pfalz und Hessen, ein anderes über Baden Württemberg und Bayern.
Das bedeutet nicht, dass eines davon zwangsläufig falsch gerechnet hat. Die genaue Entwicklung einzelner Gewitter ist zu diesem Zeitpunkt möglicherweise noch gar nicht festgelegt.
Erst am betreffenden Tag zeigen Satellitenbilder, Messstationen und Wetterradar, wo sich tatsächlich Gewitter bilden.
Auch Temperaturprognosen hängen vom Modell ab
Bei Temperaturen treten ebenfalls Unterschiede auf. Besonders in Tälern, Mittelgebirgen und an Küsten kann die Modelltopografie eine wichtige Rolle spielen.
Liegt ein Ort beispielsweise auf 300 Metern Höhe, das entsprechende Modellgelände aber deutlich höher, kann die rohe Modelltemperatur zu niedrig ausfallen. Bei anderen Modellen kann die Geländehöhe wiederum besser zur tatsächlichen Lage des Ortes passen.
Hinzu kommen Unterschiede bei Bewölkung, Bodenfeuchte und Wind. Bereits eine zu dichte Wolkendecke kann dazu führen, dass ein Modell die Tageshöchsttemperatur mehrere Grad zu niedrig berechnet.
Deshalb lohnt sich auch bei Temperaturkarten der Vergleich mehrerer Modelle und nicht nur der Blick auf die bunteste Einzelkarte.
Niederschlagskarten brauchen besonders viel Vorsicht
Kaum eine Modellkarte wird häufiger missverstanden als die Niederschlagsprognose.
Zeigt ein Modell für einen Ort 18 Millimeter Regen und ein anderes nur drei Millimeter, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass eines der beiden Modelle vollkommen danebenliegt.
Ein schauerartiges Regengebiet kann im ersten Modell direkt über den Ort ziehen, im zweiten aber 30 Kilometer weiter östlich. Für die großräumige Wetterentwicklung unterscheiden sich beide Lösungen möglicherweise kaum. Am einzelnen Ort entstehen trotzdem völlig verschiedene Regenmengen.
Bei flächigem Dauerregen sind Niederschlagsmengen häufig besser vorhersehbar als bei Gewittern. Je konvektiver eine Wetterlage wird, desto vorsichtiger sollten punktgenaue Modellmengen interpretiert werden.
Ein Modelllauf allein reicht selten aus
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die zeitliche Entwicklung der Modellrechnungen.
Wird eine bestimmte Wetterlage nur in einem einzigen Lauf berechnet und verschwindet sechs Stunden später wieder, ist das ein anderes Signal als eine Entwicklung, die über mehrere Modellläufe hinweg bestehen bleibt.
Bei Blick aufs Wetter spielt deshalb nicht nur der Vergleich verschiedener Modelle eine Rolle. Ebenso wichtig ist, wie sich ihre Berechnungen von Lauf zu Lauf verändern.
Wenn ICON, ECMWF und GFS über mehrere Berechnungen hinweg eine ähnliche Großwetterlage zeigen, steigt das Vertrauen in diese Entwicklung. Driften sie stark auseinander, sollte auch eine Wettervorhersage diese Unsicherheit widerspiegeln.
Ensemble Berechnungen werden mit zunehmender Vorhersagezeit wichtiger
Je weiter eine Vorhersage in die Zukunft reicht, desto weniger sinnvoll wird die ausschließliche Betrachtung einzelner Modellläufe.
Ensemble Systeme berechnen deshalb zahlreiche mögliche Entwicklungen mit geringfügig veränderten Ausgangsbedingungen. Dadurch entsteht kein einzelner Zukunftsverlauf, sondern eine Bandbreite meteorologisch möglicher Entwicklungen.
Für die Vorhersage einer Hitzewelle kann beispielsweise interessant sein, ob fast alle Ensemble Mitglieder sehr warme Luft berechnen oder nur wenige besonders extreme Läufe.
Ebenso kann bei einer möglichen Abkühlung entscheidend sein, ob die Mehrzahl der Berechnungen den Wetterwechsel unterstützt oder ob es sich lediglich um eine einzelne Modelllösung handelt.
Gerade ab dem mittleren Vorhersagezeitraum sind solche Informationen häufig aussagekräftiger als eine einzelne Wetterkarte.
Welches Wettermodell nutzt Blick aufs Wetter?
Blick aufs Wetter verwendet nicht ausschließlich ein einziges Wettermodell. Für Vorhersagen und meteorologische Analysen werden je nach Wetterlage unter anderem ICON D2, GFS und ECMWF IFS betrachtet.
Im Kurzfristbereich sind hoch aufgelöste Modellinformationen besonders interessant. Bei der großräumigen Wetterentwicklung für mehrere Tage gewinnen globale Modelle und Ensemble Berechnungen an Bedeutung.
Hinzu kommen aktuelle Stationsmessungen und Radardaten. Denn selbst die beste Modellprognose muss sich daran messen lassen, wie sich das Wetter tatsächlich entwickelt.
Bei einer Gewitterlage kann deshalb morgens eine Modellprognose den Rahmen vorgeben, während wenige Stunden später aktuelle Radar und Satellitendaten wesentlich wichtiger werden.
Welches Modell ist nun das beste?
Eine Rangliste nach dem Muster „Modell A ist immer besser als Modell B“ wird der Wettervorhersage nicht gerecht.
ICON D2 besitzt für Deutschland eine sehr hohe räumliche Auflösung und ist für kurzfristige regionale Entwicklungen besonders wertvoll. ICON EU verbindet einen größeren europäischen Ausschnitt mit noch relativ hoher Detailtiefe. ECMWF IFS gehört zu den wichtigsten Modellsystemen für die mittelfristige globale Wetterentwicklung, während GFS eine weitere zentrale globale Modelllösung liefert und den Vergleich möglicher Entwicklungen ermöglicht.
Der größte Informationsgewinn entsteht häufig gerade aus den Unterschieden zwischen den Modellen.
Zeigen alle Berechnungen denselben Trend, kann eine Wetterentwicklung vergleichsweise stabil sein. Gehen die Lösungen auseinander, ist diese Unsicherheit selbst eine wichtige meteorologische Information.
Fazit
Wettermodelle sind keine konkurrierenden Wetter Apps, von denen am Ende nur eines recht haben kann. Sie sind unterschiedliche mathematische Berechnungen einer Atmosphäre, deren zukünftiger Zustand nicht vollkommen exakt bestimmt werden kann.
ICON D2 liefert für Deutschland besonders detaillierte Kurzfristprognosen. ICON EU zeigt die Wetterentwicklung über einen größeren europäischen Raum. ECMWF IFS und GFS berechnen die Atmosphäre global und sind für die großräumige Entwicklung über mehrere Tage von großer Bedeutung.
Für eine fundierte Wettervorhersage ist deshalb nicht die Frage entscheidend, welches Modell auf einer einzelnen Karte die höchste Temperatur oder die größte Regenmenge zeigt. Wichtig ist, welche Entwicklung mehrere Modelle unterstützen, wie stabil die Berechnungen von Lauf zu Lauf bleiben und wie groß die Unsicherheit innerhalb der Ensemble Prognosen ist.
Gerade darin liegt der eigentliche Wert eines Modellvergleichs.