Berlin-Tempelhof: Lage, Klimamittel und Temperaturtrend bis 2025. Neuer Temperaturrekord: 39,9 °C am 27.06.2026. Daten bis 06.10.2026.
Mittwoch, 26. August 2026
Berlin-Tempelhof
Mitten in Berlin bietet das Tempelhofer Feld viel offenen Raum – und einen Messstandort, dessen Wetter sich von dicht bebauten Straßen unterscheiden kann. Die Station Berlin-Tempelhof dokumentiert warme Sommer, winterliche Frostperioden und die Entwicklung der Temperatur über viele Jahrzehnte. Dieses Porträt verwendet die historischen Tageswerte von Blick aufs Wetter und betrachtet für alle Kennzahlen einen klar abgegrenzten Zeitraum.
Aktualisierung vom 08.10.2026: Neuer Temperaturrekord: 39,9 °C am 27.06.2026. Die Ergänzung berücksichtigt die verfügbaren Tageswerte bis 06.10.2026.
Stationsname, Kennung und Lage
Stationsname: Berlin-Tempelhof
Betreiber: Deutscher Wetterdienst (DWD)
DWD-Stations-ID: 00433
Bundesland: Berlin
Höhenlage: rund 48 Meter über dem Meeresspiegel
Koordinaten: 52,4676° Nord, 13,4020° Ost
Auswertungszeitraum dieses Porträts: 1961–2025
Der Messplatz liegt auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof im südlichen Berliner Stadtgebiet. Die große Freifläche unterscheidet sich von Wohnquartieren mit dichter Bebauung, wenig freiem Himmel und vielen versiegelten Flächen. Besonders bei der nächtlichen Abkühlung können solche örtlichen Unterschiede eine Rolle spielen. Der Stationswert beschreibt deshalb zunächst den Messplatz am Tempelhofer Feld; er ist kein räumlicher Durchschnitt über ganz Berlin.
Stationsgeschichte und Vergleichbarkeit
Auch die Tempelhofer Messreihe umfasst unterschiedliche Positionen. Die Geographiemetadaten führen von Mai 1957 bis September 1970 einen Standort auf 51 Metern bei 52,4719 Grad Nord und 13,4191 Grad Ost. Am 10. September 1970 folgte ein Messplatz auf rund 47,7 Metern bei 52,4675 Grad Nord und 13,4021 Grad Ost. Seit September 2022 sind die heute auf Blick aufs Wetter geführten Koordinaten dokumentiert.
Eine gleichbleibende Stationsnummer garantiert somit keinen über alle Jahrzehnte unveränderten Messaufbau. Die nachfolgenden Zahlen beschreiben die archivierte Stationsreihe ohne zusätzliche Homogenisierung. Aus ihrem Verlauf allein lässt sich nicht bestimmen, welcher Anteil der Erwärmung auf großräumige Klimaänderungen und welcher auf Veränderungen im örtlichen Umfeld oder der Messtechnik entfällt. Für eine gezielte Untersuchung der städtischen Wärmeinsel wären außerdem geeignete Vergleichsstationen nötig.
Klimacharakter und typische Jahreswerte
Tempelhof zeigt einen ausgeprägten Unterschied zwischen Winter und Sommer. Während das Januarmittel nur wenig über dem Gefrierpunkt liegt, erreicht das Julimittel rund 20 Grad. Diese Monatswerte verdecken jedoch die Schwankungen einzelner Tage: Frostnächte bleiben regelmäßig möglich, und im Sommer treten auch deutlich heißere Tage auf. Ein einzelner Messwert und ein langjähriges Mittel beantworten deshalb unterschiedliche Fragen an das Berliner Wetter.
Für die Bezugsperiode 1991–2020 ergeben sich folgende Kennzahlen:
Jahresmitteltemperatur: 10,41 °C.
Mittlere Temperatur im Januar: 1,2 °C; im Juli: 20,2 °C.
Mittlerer Jahresniederschlag: 572,0 mm, berechnet aus 29 vollständigen Niederschlagsjahren innerhalb von 1991–2020.
Frosttage: 67,6 pro Jahr mit Tagesminimum unter 0 °C.
Eistage: 17,1 pro Jahr mit Tagesmaximum unter 0 °C.
Heiße Tage: 12,7 pro Jahr mit Tagesmaximum ab 30 °C.
Die Temperaturmittel und die Häufigkeiten der Temperaturschwellen beruhen jeweils auf allen 30 vollständigen Jahren. Beim Niederschlag bleibt das Jahr 2019 wegen fehlender Tageswerte aus dem Jahresmittel ausgeschlossen. Ein Frosttag kann tagsüber deutlich ins Plus gehen; an einem Eistag bleibt auch die höchste Temperatur unter null Grad.
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Wie hat sich die Temperatur verändert?
Für 1961–1990 beträgt das Mittel der jährlichen Durchschnittstemperaturen 9,43 °C. Für 1991–2020 sind es 10,41 °C. Die jüngere Klimaperiode liegt damit um 0,98 Grad höher. Beide Mittelwerte umfassen jeweils 30 vollständige Jahre.
Die Veränderung zeigt sich auch an den Temperaturschwellen. Die mittlere Zahl der Frosttage ging von 77,6 auf 67,6 pro Jahr zurück, die Zahl der Eistage von 24,7 auf 17,1. Heiße Tage nahmen dagegen von 6,8 auf 12,7 pro Jahr zu. Das beschreibt eine Verschiebung zwischen den beiden Perioden, ohne zu behaupten, dass jedes einzelne Jahr wärmer als das vorherige gewesen wäre.
Das Titelbild zeigt die Jahresmittel von 1961 bis 2025. Die blaue Linie bildet die Schwankungen von Jahr zu Jahr ab. Die orange Linie ist eine lineare Ausgleichsgerade durch 65 vollständige Temperaturjahre; ihre Steigung beträgt rund +0,37 °C je Jahrzehnt. Das wärmste vollständige Jahr dieser Auswertung war 2024 mit 12,31 °C.
Die Gerade beschreibt die vorhandenen Messwerte. Sie ist keine Vorhersage und trennt großräumige Klimaänderungen nicht von möglichen lokalen Einflüssen. Aus dieser Berechnung wird hier keine Aussage über statistische Signifikanz abgeleitet.
2026: Neuer Temperaturrekord
Am 27.06.2026 erreichte die Station 39,9 °C. Das ist der höchste Tageshöchstwert in der verfügbaren Stationsreihe von 01.01.1948 bis 06.10.2026. Der bisherige Rekord lag bei 38,5 °C am 30.06.2019.
Damit rückt der höchste gemessene Tageswert am Tempelhofer Feld näher an die 40-Grad-Marke. Das Maximum gehört zum einzelnen Messplatz und ist kein Mittelwert für das Berliner Stadtgebiet.
Datenstand: 06.10.2026; geprüft am 08.10.2026. Der Wetterrückblick 2026 zeigt die einzelnen Tageswerte. Ein Tagesrekord lässt sich bereits während eines laufenden Jahres feststellen. Für Jahresmittel, Klimavergleiche und die Jahresgrafik werden dagegen weiterhin nur abgeschlossene Kalenderjahre bis 2025 verwendet. Die folgende Übersicht zeigt die Extremwerte des bisherigen Vergleichszeitraums 1961–2025.
Temperatur- und Niederschlagsextreme 1961–2025
Höchstes Tagesmaximum: 38,5 °C am 30.06.2019.
Tiefstes Tagesminimum: −20,7 °C am 14.01.1987.
Größte Tagesniederschlagsmenge: 119,5 mm am 08.08.1978.
Die Spannweite zwischen sommerlicher Hitze und winterlicher Kälte ist erheblich. Der große Tagesniederschlag von August 1978 zeigt außerdem, dass auch eine Station mit einem eher mäßigen Jahresniederschlag außergewöhnlich viel Regen an einem einzelnen Tag verzeichnen kann. Die Menge gilt für den Stationspunkt. Sie ist kein Flächenmittel über Berlin und belegt für sich allein keine Zunahme der Starkregenhäufigkeit.
Die Werte in dieser historischen Übersicht beziehen sich auf die verfügbaren Messungen von 1961 bis 2025. Der neue Rekord von 2026 und der Vergleich mit der längeren Stationsreihe stehen im vorangehenden Abschnitt. Ein Millimeter Niederschlag entspricht einem Liter pro Quadratmeter. Das Niederschlagsdatum bezeichnet das zugeordnete Tagesintervall der Messreihe, nicht zwingend den Zeitraum von 0 bis 24 Uhr Ortszeit.
Messgrößen und Berechnung
Ausgewertet wurden Tagesmittel, Tagesmaximum und Tagesminimum der Lufttemperatur sowie die Tagessumme des Niederschlags. Ein Jahr wird für die jeweilige Jahreskennzahl nur berücksichtigt, wenn alle 365 beziehungsweise 366 Tageswerte dieser Messgröße vorliegen. Fehlwerte werden nicht als null behandelt und nicht ergänzt. Langjährige Jahreskennzahlen entstehen als Mittel der vollständigen Einzeljahre; Januar- und Julimittel wurden aus vollständigen Kalendermonaten berechnet. Die Angaben sind redaktionelle Berechnungen aus der Stationsreihe und keine gesondert veröffentlichten amtlichen Klimanormalwerte.
Aktuelle Messwerte und Wetterrückblick
Für das Wetter im Alltag ist der Verlauf der Messungen oft hilfreicher als ein einzelner Wert. Am Tempelhofer Feld lässt sich beispielsweise verfolgen, wann die abendliche Abkühlung einsetzt oder ob ein Schauer den Messplatz erreicht hat. Andere Berliner Stadtteile können davon abweichen. Für einen räumlichen Vergleich sollten deshalb mehrere Stationen zum gleichen Zeitpunkt betrachtet werden.
RR10 steht in der aktuellen Ansicht für die Niederschlagsmenge der vorangegangenen zehn Minuten. Die dortige 24-Stunden-Summe umfasst einen fortlaufenden Zeitraum. Sie darf daher nicht ohne Prüfung mit einer historischen Tagessumme gleichgesetzt werden. Messzeitpunkt und Bezugsintervall gehören zu jedem sorgfältigen Vergleich.
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Am Dienstag startet der Osten und Süden örtlich frostig. Von Westen zieht Regen auf, an der Nordsee wird es windig. Tagsüber werden 14 bis 19 Grad erreicht.
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