Ende August verändert sich das Licht. Die Sonne steht mittags bereits merklich tiefer als noch wenige Wochen zuvor, die Abende werden schneller dunkel und am frühen Morgen liegt mancherorts schon wieder Tau auf den Wiesen. Trotzdem kann es tagsüber noch hochsommerlich warm werden. Genau in dieser Übergangszeit stellt sich jedes Jahr die gleiche Frage: Wann beginnt eigentlich der Herbst?
Darauf gibt es zwei Antworten. Für Meteorologen startet der Herbst bereits am 1. September. Astronomisch beginnt er im Jahr 2026 dagegen erst am 23. September. Beide Termine sind richtig, sie beruhen lediglich auf unterschiedlichen Definitionen.
Der meteorologische Herbst beginnt am 1. September
In der Meteorologie ist der Beginn der Jahreszeiten fest an den Kalender gekoppelt. Der Herbst umfasst immer die Monate September, Oktober und November. Entsprechend beginnt er jedes Jahr am 1. September und endet am 30. November.
Der Grund dafür ist vor allem praktisch. Wetterdaten werden überwiegend nach Monaten ausgewertet. Temperaturen, Niederschlagsmengen, Sonnenscheindauer oder andere Klimawerte lassen sich so wesentlich einfacher von Jahr zu Jahr vergleichen.
Würde man stattdessen den astronomischen Herbstanfang verwenden, würde die Jahreszeit mitten in einem Monat beginnen und ebenfalls mitten in einem Monat enden. Für langfristige Klimastatistiken wäre das unnötig kompliziert.
Der meteorologische Herbst ist deshalb vor allem eine statistische Einteilung.
Mit dem tatsächlichen Wetter an einem bestimmten Tag hat dieses Datum zunächst wenig zu tun. Auch Anfang September können in Deutschland noch Temperaturen über 30 Grad auftreten. Ebenso kann es bereits Ende August kühl, nass und ausgesprochen herbstlich werden.
Die Atmosphäre kennt schließlich keinen Kalender.
Astronomisch beginnt der Herbst später
Der astronomische Herbst richtet sich dagegen nach der Bewegung der Erde um die Sonne.
Im Jahr 2026 beginnt der astronomische Herbst am 23. September. Entscheidend ist dabei ein ganz bestimmter Moment auf der Erdbahn: Die Sonne überquert aus unserer Sicht den Himmelsäquator und wandert auf die südliche Himmelshälfte.
Dieser Zeitpunkt wird als Herbstäquinoktium bezeichnet.
Von da an werden die Nächte auf der Nordhalbkugel länger als die Tage. Dieser Trend setzt sich bis zur Wintersonnenwende im Dezember fort.
Der astronomische Herbstanfang kann deshalb je nach Jahr auf den 22. oder 23. September fallen. Anders als der meteorologische Herbstanfang ist er nicht einfach auf ein festes Kalenderdatum gelegt.
Warum verschiebt sich der astronomische Herbstanfang?
Ein Jahr dauert nicht exakt 365 Tage.
Für einen vollständigen Umlauf um die Sonne benötigt die Erde ungefähr 365 Tage und knapp sechs Stunden. Diese zusätzlichen Stunden summieren sich von Jahr zu Jahr. Deshalb verschieben sich die astronomischen Eckpunkte der Jahreszeiten leicht.
Mit den Schaltjahren wird dieser Unterschied regelmäßig ausgeglichen.
Das ist auch der Grund, weshalb Frühlingsanfang, Sommeranfang, Herbstanfang und Winteranfang nicht jedes Jahr exakt zum gleichen Zeitpunkt stattfinden.
Was bedeutet Tagundnachtgleiche?
Der Begriff klingt zunächst sehr eindeutig: Tag und Nacht sollen gleich lang sein.
Astronomisch beschreibt die Tagundnachtgleiche jedoch zunächst etwas anderes. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne genau über dem Äquator. Die Nordhalbkugel und die Südhalbkugel werden nahezu gleich stark beleuchtet.
Die Erdachse ist dabei weiterhin um etwa 23,5 Grad geneigt. Entscheidend ist vielmehr ihre Stellung zur Sonne. Zur Tagundnachtgleiche zeigt keine der beiden Erdhalbkugeln stärker zur Sonne hin.
Deshalb sind Tag und Nacht weltweit ungefähr gleich lang.
Aber eben nur ungefähr.